Haus Calbe-Roda 

Über die Geschichte dieses Hauses vgl. W. III 45-54, 131-139, 202-211, 278-287, 329-332 und 376-389. 

VIII 1. Ludolf 18. August Friedrich, Sohn von Johann Friedrich IV. (W. III 330 ff.), geb. 6. 9. 1743, gest. 25. 2. 1822 in Brieg in Schlesien als Generalmajor a. D. , verh. mit Juliane geb. v. Rabiel.                Tochter dieser Ehe: VIII 2.

Über ihn vgl. W. III 367 ff. Er gehörte zu den bei der Kapitulation von Magdeburg 1806 in der Festung anwe­senden Generalen, erhielt 2 Jahre Festungshaft und wurde – zunächst ohne Pension – verabschiedet. Daß dieses Urteil eine ungeheure Härte enthielt – Alvensleben hatte in der der Kapitulation vorausgehenden Beratung der Generale der Übergabe der Festung entschieden wi­dersprochen, worauf ihm nur erwidert wurde: „Warten Sie doch, bis die Reihe an Sie kommt“ -, ergibt sich aus dem vom Großen Generalstab herausgegebenen Werke „1806. Das preuß. Offizierskorps“  (Berlin 1906, S. 40, 281-304); der König ließ ihn und den gleichfalls viel zu hart beurteilten Generalen v. Schach, v. Tschepe und v. Schimonsky im geheimen eine jährliche „Unterstützung“ von 350 Talern zahlen. Schwer vereinbar mit jenem Urteil erscheint es auch, daß man ihn nach dem Jahre 1806 (nämlich 1807 und 1808) noch zum Kommandanten der Festung Glatz und zum Inspekteur der Schlesischen Truppen ernannt hatte. 

VIII 2. Auguste, Tochter von VIII 1, geb. 18. 2. 1793 in Potsdam, gest. 28. 9. 1871 in Bergen a. Rügen, verh. 21. 1. 1815 (24. 4. 1815 laut Wohlbrück) in Frankenstein in Schlesien mit Christoph Bernhard Wilhelm von der Osten (Major a. D. und später Postmeister in Le­obschütz, geb. 23. 9. 1785, gest. 22. 9. 1833 in Leob­schütz). 

Die Familie lebt noch in drei anderen Alvenslebenschen Häusern fort; denn die Schwester von VIII 1,  Johanne Ca­roline Christiane (geb. 30. 6. 1746 in Alsleben, gest. 26. 6. 1787 in Eichenbarleben), ist als Gemahlin Gebhards XXVIII. die Stammutter der Häuser Eichenbarleben, Schochwitz und – durch ihre Tochter Wilhelmine – des Hauses Neugattersleben.