XI. Haus Eichenbarleben 

Eichenbarleben wurde als Zubehör von Hundisbug  von Ludolf IV. (W. II 54-59) für die schwarze Linie 1452 erworben. Da dessen Enkel Andreas I. (W. II 318 ff.) nach seinem Tode 1565 nur eine Tochter hinterließ, fiel Eichenbarleben an seinen Bruder Joachim I. (W. II 416 ff.) und dann an dessen jüngsten Sohn Gebhard Johann I. (W. III 56 ff.). So wurde es von dem der Ludolfschen Seite zugefal­lenen Hundisburg getrennt und zum Hauptgute des jüngeren Zwei­ges, des Joachimschen Astes, erhoben. Als solches fiel es bei der Teilung von 1764 durchs Los an Gebhard XXVIII. (W. III 380 ff. und unten XI 1). Nach dessen Tode erhielt es 1799 Gebhard Johann VI. (W. III 420 ff. und unten XI 6), der Stammvater des Hauses Eichenbarleben. Er musste es 1813 verkaufen. Um es der Gesamtfa­milie zu retten, erstand es Graf Johann August Ernst auf Erxleben II (W. III 389 ff.) in Gemeinschaft mit dem Stammvater der weißen Linie Valentin Joachim IV. auf Isenschnibbe und Erxleben I (W. III 441) und dem Grafen Philipp Ernst Alexander v. der Schulenburg-Emden, dem Gemahl der Ernestine Friederike Karoline v. Alvensle­ben (XI 3). 1821 fand der Erstgenannte seine Mitkäufer ab, und Eichenbarleben blieb bis zum Tode des Grafen Albrecht 1858 ein Allodialgut des Hauses Erxleben II. Über die übrigen Familiengüter vgl. die Abschnitte Schochwitz und Redekin. 

XI 1. Gebhard XXVIII., Sohn Gebhard Johanns IV. (W. III 341 ff.), geb. 5. 1. 1734 in Eichenbarleben, gest. 12. 3. 1801 in Eichenbarleben, verh. 27. 3. 1764 in Dön­stedt bei Neuhaldensleben mit Johanna Karoline Christine v. Alvensleben aus dem Hause Calbe a. d. M. und Roda, (geb. 30. 6. 1746 in Alsleben, gest. 26. 6. 1787 in Eichenbarleben, Tochter  Johann Fried­richs IV. auf Calbe. a. d. M. und Roda).                Kinder dieser Ehe: XI 2-9. 

XI 2. Ferdinande Henriette Eleonore Wilhelmine, Tochter von XI 1, geb. 24. 3. 1765 in Magdeburg, gest. 20. 9. 1838 in Breslau, verh. 30. 9. 1788 in Eichenbarle­ben mit August Christian Ernst v. Bennigsen auf Bennigsen, Königl. Hannoverschen Oberstleutnant und Brigadier (gest. 1. 9. 1815 in Ostende). 

XI 3. Ernestine Friederike Karoline, Tochter von XI 1, geb. 18. 6. 1766 in Eichenbarleben, gest. 9. 3. 1856 in Potsdam, verh. 31. 7. 1789 in Eichenbarleben mit Philipp Ernst Alexander, nachmaligem Grafen v. der Schulenburg-Emden (geb. 27. 1. 1762, gest. 17. 10. 1820). 

XI 4. Friederike Charlotte Luise, Tochter von XI 1, geb. 26. 9. 1768 in Eichenbarleben, gest. 25. 9. 1801 in Eichenbarleben, Kanonissin des adligen Stiftes Schilde­sche im Ravensbergischen. 

XI 5. Auguste Juliane Philippine, Tochter von XI 1, geb. 7. 4. 1771 in Magdeburg, gest. 7. 1. 1773 in Magde­burg, beerdigt in Eichenbarleben. 

XI 6. Gebhard Johann 6., Sohn von XI 1, geb. 29. 9. 1773 in Eichenbarleben, gest. 28. 11. 1856 in Kösen, wo er auch beigesetzt ist, verh. 27. 6. 1799 in Neugat­tersleben mit Friederike Eleonore Karoline v. Al­vensleben, Tochter Gebhards August II. auf Neugat­tersleben, geb. 16. 12. 1773 in Neugattersleben, gest. 12. 9. 1826 in Magdeburg.                Kinder dieser Ehe: XI 10-16.

Kloster U. L. Frauen in Magdeburg 1787-93; bis 1795 Universitätsstudium in Halle, 1796 Kreisdeputierter im 2. Distrikt des Magdeburgischen Holzkreises. Bei der Tei­lung 1799 erhielt er das Gut Eichenbarleben nebst Zube­hör, das er bis 1811 bewirtschaftete. Er war Landrat des Kreises Wolmirstedt, auch in der Zeit der westfälischen Herrschaft. Unter dem Einfluß der Missernte von 1811 und der durch Kriegswirrnisse bedingten Verschlechte­rung der wirtschaftlichen Lage musste er 1811 Eichen­barleben für die Hälfte des Wertes verkaufen. 1814 wurde er von den Kreiseingesessenen zum Kapitän im 1. Elblandwehr-Infanterie-Regiment gewählt. Im Feldzug 1814/15 machte er beim Blücherschen Korps die Belage­rung von Magdeburg und Givet mit und wurde bei Na­mur verwundet; E. K. II. März 1816 Major der Landwehr und Johanniterritter, zuletzt Kommandeur des Magde­burgi­schen Grenadier-Bataillons. Nach dem Tode seiner Frau zog zuerst nach Blankenburg a. H., dann nach Kö­sen, wo er den Rest seines Lebens verbrachte. Er hat sein ganzes Leben hindurch mit drückenden wirtschaftlichen Ver­hältnissen kämpfen müssen. 

XI 7. Helene Juliane Albertine, Tochter von XI 1, geb. 7. 6. 1775 in Magdeburg, gest. 27. 3. 1826 in Potsdam, verh. 23. 6. 1801 in Halberstadt mit Hauptmann Ferdi­nand Sigismund v. Diezelski (als Generalmajor a.D. gest. 30. 11. 1835 in Potsdam). 

XI 8. Wilhelmine Karoline Amalie Friederike (Mi­nett­chen), Tochter von XI 1, geb. 9. 6. 1777 in Eichen­barle­ben, gest. 3. 3. 1852 in Dresden, verh. I) 8. 8. 1797 in Schochwitz mit Ludwig Ernst Joachim 5. Lebe­recht v.Al­vensleben, Herrn auf Neugattersleben (VI 1), II) 1812 mit Dr. phil. Karl Matthiesson, späte­ren Professor am Gymnasium, zu Krieg, von dem sie wieder geschieden wurde.

Nach dem Tode ihres ersten Gatten blieb sie bis 1811 in Neugattersleben wohnen, wohin sie auch später für ei­nige Zeit zurückkehrte. Erst als ihr Sohn Louis (VI 6) 1831 das väterliche Gut übernahm, sog sie nach Dresden. Als im Jahre 1809 ihre Verwandten, die beiden Brüder Eugen und Moritz v. Hirschfeld, im Zusammenwir­ken mit dem Obersten v. Doernberg in Kassel einen Auf­stand gegen den König Jérôme auch in den früher preußi­schen Teilen des Königreichs Westfalen zu erregen suchten und von den Franzosen heftig verfolgt wurden, verbarg sie die beiden Offiziere wochenlang in ihrem Hause. Als sie aus der Bemerkung eines der vielen im Hause verkehren­den französischen Offiziere schließen zu müssen glaubte, dass ihr Geheimnis verraten sei, ver­steckte sie die beiden Flüchtlinge unter Betten in einem Bauernwagen, warf sich und ihre Jungfer in Männerklei­dung und fuhr jene persönlich mitten durch die französi­schen Truppen hin­durch über die Elbe in preußisches Gebiet, von wo sie über England nach Spanien entkamen. Sie war von gro­ßer Unternehmungslust und Furchtlosig­keit. 

XI 9. Johann Friedrich Karl II., siehe Hause Schochwitz XII 1. 

XI 10. Gebhard Ludwig 5., Sohn von XI 6, geb. 19. 6. 1800 in Eichenbarleben, gest. 20. 11. 1864 in Halle a. d. S. Er besuchte von 1815-19 das Pädagogium des Klosters U. L. Frauen in Magdeburg, studierte bis Oktober 1822 auf der Universität Berlin Rechtswissenschaften, wurde 1823 Auskultator beim Oberlandesgericht in Magdeburg und 1826 Referendar. Dann schlug er die Bergwerkslauf­bahn ein und war in ihr bis zu seinem Tode als Geheimer Oberbergrat in Halle a. d. S. tätig. Unvermählt, war er dort eine allgemein beliebte Persönlichkeit. Er war Ritter des Johanniterordens und verschiedener anderer Ordens­aus­zeichnungen. 

XI 11. Werner 8., Sohn von XI 6, geb. 7. 2. 1802 in Eichen­barleben, gest. 30. 6. 1877 in Potsdam, verh. I) 8. 7. 1846 in Stettin mit Elisabeth Adelheid (Elise) Kahl (geb. 18. 8. 1826 in Stettin als Tochter eines Kaufmanns, gest. 15. 3. 1863 in Posen), II) 21. 11. 1865 in Berlin mit Klara Heineccius, geb. 19. 3. 1835 in Köslin, gest. 14. 9. 1908 in Berlin-Schöneberg, Tochter des damaligen Obertribunalrates Heineccius, Base der ersten Gattin).                Kinder der ersten Ehe: XI 17-23; der zweiten Ehe: XI 24.

Unterricht im Kloster Unserer Lieben Frauen in Magde­burg und im Kadettenkorps. April 1819 Sekondeleutnant beim 2. Garde-Regiment zu Fuß. Nach verschiedenen Kommandos zur allgemeinen Kriegsschule 1832 Pre­mierleutnant, zugeteilt dem Garde-Schützen-Bataillon. Nach einem mehrjährigen Kommando als Werbeoffizier in Neuchâtel 1841 Kapitän und Kompagniechef im Garde-Schützen-Battaillon, als solcher 1846 zum 9. In­fanterie-Regiment nach Stettin. 1848 Major, 1850 als Bataillonskommandeur zum Kai­ser-Alexander-Grena­dier-Regiment Nr. 1, 1853 Oberst­leutnant. 1856 als Oberst in den Ruhestand versetzt. 1856/57 militärischer Begleiter des Herzogs Wilhelm von Mecklenburg-Schwerin, mit dem er eine längere Reise durch Frank­reich und Spanien unternahm. 1857 unter Wiederanstel­lung zum Kommandanten von Wit­tenberg ernannt und 1860 als Kommandant nach Wesel, 1861 als solcher nach Posen versetzt; hier 1861 Gene­ralmajor, 1865 General­leutnant. 1869 nach Ablauf einer 50 jährigen Dienstzeit zur Disposition gestellt. Den Rest seines Lebens ver­brachte er im glücklichen Zusammen­leben mit seinen Brüdern Gustav und Constantin in Pots­dam.Wenn ihm auch die staatsmännische Fähigkeit seines Bruders Gustav und die Feldherrngabe Constantins fehlt, so war er doch an Charaktereigenschaften beiden eben­bürtig. In allen drei Brüdern lebte die große Überliefe­rung der Zeit der Befreiungskriege wirksam fort. Auch er war in Gesinnung und Lebenshaltung ein rechter Vertre­ter vornehmen Preußentums. Er liegt mit seinen Brüdern Gustav und Constantin in dem gemeinsamen Erbbegräb­nis zu Ballenstedt beerdigt. 

XI 12. Gustav 1., Sohn von XI 6, geb. 30. 9. 1803 in Ei­chenbarleben, gest. 30 6. 1881 in Gernrode am Harz, unvermählt. Erziehung im Elternhause und im Kadettenkorps. 1821 Leutnant im Kaiser-Alexander-Grenadier-Regiment. In den Jahren 1836-38 und 1840-44 Prinzenerzieher in den Häusern Mecklenburg-Schwerin und Lippe-Detmold. 1847 als Major in den Großen Generalstab versetzt; beim Feldzuge 1849 in Baden Chef des Stabes, 1850 Chef des Stabes beim 8. Armeekorps. 1852 Oberstleutnant und Chef des Stabes beim Militärgouvernement am Rhein und in Westfalen, 1861 Generaladjutant des Königs, 1863 Generalleutnant, 1866 im Hauptquartier des Kö­nigs, Weihnachten 1866 Kommandierender General des 4. Armeekorps, 1868 General der Infanterie, 1869 Chef des Infanterie-Regiments Nr. 66, 1870/71 an der Spitze des 4. Armeekorps, von dessen Führung er Ende des Jah­res 1871 zurücktritt und nur sein früheres Verhältnis als diensthabender Generaladjutant weiter behält. Oktober 1872 wird ihm der wiederholt beantragte Abschied ge­nehmigt.

Gustav v. Alvensleben, den Bismark ebenso wie seinen Bruder Constantin als das Musterbild eines Generals be­zeichnet hat, hat zwar nicht in dem Maße wie sein Bruder Gelegenheit gehabt, seine großen militärischen Fähig­keiten in einer langen Laufbahn von überragenden Erfol­gen gekrönt zu sehen; gleichwohl ist er seinem Bruder Constantin geistig ebenbürtig bei verschiedenen Gelegen­heiten bedeutsam hervorgetreten. Dies gilt von seiner Mitarbeit bei der Reorganisation der preußischen Armee in den fünfziger Jahren wie auch von seinen Leistungen als Korpsführer im Feldzuge von 1870 gegen Frankreich, als deren Höhepunkt der Sieg bei Beaumont zu betrach­ten ist. Bekannter als die rein militärischen Leistungen Gustavs sind jene Beziehungen geworden, die ihn mit der politischen Geschichte seiner Zeit verknüpft haben. Durch viele Jahre hindurch in nächster Umgebung König Wilhelms I. und zugleich auch in naher Fühlung zum Kronprinzen Friedrich Wilhelm stehend, war er der Ver­mittler zwischen den Höfen in Berlin und Koblenz. Er genoß das nie getrübte Vertrauen seines Königs. Auch Bismarck nahm seit dem Ausgang der 50er Jahre engere Beziehungen zu ihm auf und würdigte ihn weitgehenden Vertrauens. Seine politische Wirksamkeit fällt vor allem in das Jahrzehnt von 1860-70. Schon bei Ausfertigung des Ernennungsdekrets, das Bismarck 1862 zum Mini­sterpräsidenten berief, hat er als diensttuender Gene­raladjutant des Königs, den Widerstand der Königin wirksam bekämpfend, eine bedeutungsvolle Rolle ge­spielt. Die sogenannte Alvenslebensche Konvention von 1863, der Bismarck in seinen „Gedanken und Erinnerun­gen“ ein besonderes Kapitel widmete, seine Stellung­nahme gegen den Besuch des Fürstenkongresses zu Frank­furt durch den König von Preußen und seine mit dem König von Hannover vor Kriegsausbruch 1866 zu Han­nover geführten, allerdings ergebnislosen Verhand­lungen sind besonders markante Punkte seines Wirkens im Rahmen der Bismarckschen Politik. So hat Bismarck die militärischen Informationen, die seine Entschlüsse 1866 und 1870 bestimmten, nach eigener Aussage in erster Li­nie von Gustav v. Alvensleben empfangen. Ein tieferes Eingehen auf die politische Geschichte jener Zeit dürfte zeigen, wie eng er auch menschlich persönlich mit Bis­marck verbunden war, und wie bedeutsam sein Ver­hält­nis zu König Wilhelm I. für Bismarck und seine Po­litik gewesen ist.

Gustav hat seinen Lebensabend in Potsdam und Gernro­de verbracht. Es bleibt zu bedauern, daß ihn die Abkehr von seinem militärisch-politischen Interessenkreise, die nicht ohne Verbitterung war, veranlaßt hat, alle schriftli­chen Aufzeichnungen zu vernichten. Als eine bedeutsa­mere Persönlichkeit, als man gemeinhin wohl annimmt, gehört Gustav v. Alvensleben der Geschichte der Reichs­grün­dung an. 

XI 13. Agnes Ehrengard, Tochter von XI 6, geb. 30. 1. 1805 in Eichenbarleben, gest. 29. 7. 1808 in Neugatters­leben infolge eines Sturzes aus dem Fenster. 

XI 14. Gebhard 31. Karl, Sohn von XI 6, geb. 19. 11. 1806 in Eichenbarleben, gest. 10. 8. 1857 in Berlin, beer­digt auf dem Berliner Invalidenfriedhof.Besuch der Schule des Klosters Unserer Lieben Frauen in Magdeburg, seit 1826 der Universität Berlin zum Stu­dium der Rechtswissenschaften. Während der Ableistung seiner Einjährig-Freiwilligen-Dienstpflicht beim Garde-Schützen-Bataillon tritt er aus Neigung in die Offiziers­laufbahn über; 1827 Fahnenjunker, 1828 Sekondeleut­nant, 1842 Premierleutnant, bei den Märzkämpfen 1848 in Berlin verwundet. 1848 Hauptmann und Kompagnie­chef, 1855 Major und Kommandeur des Füsilier-Batail­lons des 2. Garde-Regiments zu Fuß. Im Sommer 1857 erlitt er infolge Sturzes vom Pferde eine so schwere Ver­letzung, daß er wider Erwarten ihr nach längerem Leiden erlag. Er war unvermählt. Nach allgemeinem Urteil wäre noch Großes von ihm zu erwarten gewesen. 

XI 15. Reimar Constantin 1., Sohn von XI 6, geb. 26. 8. 1809 in Eichenbarleben, gest. 28. 3. 1892 in Berlin, beer­digt im Erbbegräbnis zu Ballenstedt. Erziehung im elterlichen Hause, 1820-23 Klosterschule Unserer Lieben Frauen in Magdeburg, dann Kadettenan­stalt in Berlin. 1827 Leutnant im Kaiser-Alexander-Gre­nadier-Regiment, 1842 Premierleutnant, 1848 Haupt­mann, 1853 Major im Generalstabe der 7. Division, 1856 zum Generalstab der 14. Division, 1857 zum General­kommando des 7. Armeekorps, 1858 Oberstleutnant und Chef des Generalstabs des 1. Armeekorps. 1860 Chef der Armeeabteilung im Kriegsministerium und Oberst, 1861 Kommandeur des Alexander-Regiments, 1864 General­major und Kommandeur der 5. Infanterie-, später der 2. Garde-Infanterie-Brigade, 1866 Kommandeur der 1. Garde-Division, 1870 Führer des 3. Armeekorps, 1871 Kommandierender General, 1873 aus dem Dienst ge­schieden.

Constantin v. Alvensleben ist der größte Feldherr gewe­sen, den sein Geschlecht hervorgebracht hat, und einer der berühmtesten Generale der preußischen Armee, als Persönlichkeit von Freund und Feind gleichmäßig aner­kannt und von Bismarck geradezu als eine Personifizie­rung wahren Preußentums bezeichnet. Sein Ruhm knüpft sich an die Schlacht von Metz, die er 1870 als Führer des 3. Preuß. Armeekorps gewann.Nach seinem eigenen Urteil wie nach dem der Militärge­schichtsschreiber gehörte Constantin durch Neigung und Begabung mehr der Front der Armee an als der Heeres­verwaltung. Scharfer Verstand, bestimmtes und ge­schicktes Auftreten, Schnelligkeit im Erfassen von Situa­tionen, persönliche Tapferkeit und Umsicht und ein nie ermüdendes Streben nach Tätigkeit, Abscheu vor dem Kleben am Herkömmlichen und eine besondere Origina­lität haben ihn seine lange militärische Laufbahn hin­durch gekennzeichnet und seine großen und bleibenden militä­rischen Erfolge als Soldat und als Heerführer be­stimmt. Schon beim Niederwerfen der revolutionären Unruhen in Dresden hat er sich durch Umsicht und Tat­kraft ausge­zeichnet. Bereits im Vorjahre hatte er es noch als Pre­mierleutnant in der kritischen Situation des 18. März ge­wagt, sich bei König Friedrich Wilhelm IV. ge­gen eine Zurückziehung der Truppen aus Berlin auszu­sprechen. War es ihm als Leiter der Armeeabteilung des Kriegsmi­nisteriums 1860 nicht gegeben, sich in den par­lamentari­schen Kämpfen als geschickter Unterhändler zu erwei­sen, so bleibt ein auf Befehl des Prinzregenten 1860/61 ausgearbeitetes, bis zu einem gewissen Grade spätere Gedanken Moltkes vorwegnehmendes Projekt einer be­schleunigten Mobilmachung und Konzentrierung der Armee am Rhein bemerkenswert, das jedoch nicht zur Ausführung gelangte. Als Hauptmann, als Regi­ments­kommandeur und besonders als höherer Truppen­führer von den Gedanken und Forderungen des Prinzen Fried­rich Karl mannigfach angeregt, bildete er sich in den Friedensjahren zu jener militärischen Persönlichkeit ei­genen Formats heran, die dann 1866 zum ersten Male Gelegenheit fand, sich in Taten zu bewähren. Schon bei Soor zeichnete er sich durch Tapferkeit und tüchtige Ein­zelleistungen aus. In der Schlacht bei Königgrätz er­warb er den pour le mérite.

Der Feldzug 1870 stellte Constantin als Führer des 3. Armeekorps in die Reihe der größten Feldherren der preußisch-deutschen Heeresge­schichte. Bei Spichern konnte er durch rechtzeitiges Ein­greifen den Sieg der deutschen Fahnen herbeiführen, auch wenn ihm ein voller Triumph versagt blieb. Die Entschei­dungsschlacht von Vionville am 15. und 16. August 1870 wird immer als seine Schlacht in der Ge­schichte fortle­ben. Hier hat er gezeigt, welch entschei­dende Bedeutung die kluge und glückliche Initiative ei­nes Korpsführers für die Gestaltung eines ganzen Feld­zuges gewinnen kann.An diesen beiden Tagen hat er auch zu erweisen ver­mocht, daß er als Heerführer nicht nur ein geschickter Praktiker, sondern eine Persönlichkeit von hervorragen­der Charakterstärke und moralischer Energie war. Noch mehrmals hat der Krieg an sein Können erhebliche An­for­derungen gestellt; Bei Beaune la Rolande, bei Orléans, bei Le Mans hat er diese Proben glänzend bestanden. Höchste Ordensauszeichnungen, eine Dotation von 150 000 Talern, die Benennung eines Metzer Forts nach sei­nem Namen, endlich die kurz vor seinem Tode 1892 er­folgte Verleihung des Schwarzen Adlerordens waren die sichtbaren Zeugnisse seines Ruhmes. So bescheiden er für seine Person war, so ehrgeizig und empfindlich war er für Anerkennung und Würdigung seiner Truppe. Hier liegt die Ursache, daß auch er nach dem 70er Kriege nur wenige Jahre noch – gleich seinem Bruder Gustav – in der Armee verblieb.

In völliger Zurückgezogenheit ver­brachte er seinen Ruhestand. Uniform und Orden ver­mied er zu tragen; auch von schriftstellerischen Arbeiten zur Geschichte seiner eigenen militärischen Leistung besitzen wir nur wenig. Von ihm stammt das Wort: „Ein preußischer General stirbt, aber er hinterläßt keine Me­moiren.“ Hatte er in entscheidender Stunde des Krieges gezeigt – nach den Worten seines Generalstabsmajors v. Kretschman -, wozu der Mensch fähig ist, so bewahrte er sich bis ins hohe Alter eine Wärme und Tiefe der Emp­findung, die alle Beurteiler seiner Persönlichkeit neben der Schärfe seines Verstandes immer wieder hervorgeho­ben haben. Das Preußische Infanterie-Regiment Nr. 52, zu dessen Chef Constantin ernannt wurde, erhielt ihm zu Ehren die Bezeichnung „v. Alvensleben“. 

XI 16. Caroline Albertine Wilhelmine Ottilie, Tochter von XI 6, geb. 28. 4. 1811 in Eichenbarleben, gest. 9. 1. 1813 in Eichenbarleben. 

XI 17. Gebhard 37. Hermann Werner, Sohn erster Ehe von XI 11, geb. 17. 5. 1847 in Stettin, gest. 29. 1. 1906 in Berlin, verh. I) 9. 1. 1884 mit Carrie Law­rence (geb. 27. 11. 1860 in Yonkers b. New York, gest. 17. 10. 1884 in Prenzlau), II) 11. 2. 1896 mit Beate verw. Eger, geb. Pfeiffer (geb. 21. 12. 1849 in Strelitz, gest. 1. 12. 1927).

Gymnasialbesuch in Stettin, 1865 Avantageur beim 1. Garde-Regiment zu Fuß, 1866 als Portepeefähnrich und Zugfüh­rer bei Erstürmung einer österreichischen Batterie bei Chlum beteiligt, 1869 ins 7. Jäger-Bataillon versetzt, 1870 bei der Einschließung von Metz beteiligt; er er­krankte bei der Zernierung von Longwy an den Pocken, die er sich in Metz nach der Einnahme zugezogen hatte, konnte aber an dem Frühjahrsfeldzug 1871 wieder teil­nehmen. 1872 zum 26. Infanterie-Regiment versetzt, nach Kommandos und Adjutanturtätigkeit 1876 Pre­mierleut­nant beim 47. Infanterie-Regiment, 1878 zum Großen Ge­neralstab kommandiert und 1879 als Haupt­mann in ihn versetzt. 1883 Kompagniechef im 64. In­fanterie-Regi­ment; 1887 wird er infolge Jagdunfalls feld­dienstunfähig; 1889 zur Eisenbahnabteilung des General­stabs komman­diert und als Major in den Nebenetat des Großen Gene­ralstabs versetzt, 1894 Oberstleutnant und bald darauf 1899 der Rang als Regimentskommandeur verliehen, 1900 verabschiedet. Er war Ehrenritter des Johanniteror­dens, des Mil.Ehrenz. II, des E. K. II und verschiedener anderer Ordensauszeichnungen und besaß vorübergehend das Rittergut Wordel in Westpreußen. Er lebte zuletzt in Berlin, wo seine Witwe wohnen blieb. 

XI 18. Anna Margarete Elisabeth, Tochter erster Ehe von XI 11, geb. 13. 6. 1849 in Stettin, , gest. 8. 5. 1933 in Potsdam, verh. 28. 9. 1873 mit Richard Friedrich Adalbert Grafen von Pfeil und Klein-Ell­guth (Regimentsadjutant im 1. Garde-Regiment, spä­ter russischer Oberst und zuletzt preußischer General­major z. D., gest. 9. 10. 1912 in Breslau). Sie starb am 8.5.1933 in Potsdam und wurde dort beigesetzt.  

XI 19. Werner 13. Constantin, Sohn erster Ehe von XI 11, geb. 16. 3. 1851 in Stettin, gest. 25. 4. 1896 in Glogau, verh. 7. 4. 1888 in Wien mit Julie v. Miller zu Aichholz (kath., geb. 16. 6. 1863 in Hüttelsdorf b. Wien, gest. im Dezember 1942 in Torricella).                Kinder dieser Ehe: XI 25-29

Erste Erziehung im Kadettenkorps in Berlin. Leibpage des Königs; Frühjahr 1869 als Sekondeleutnant im 1. Garde-Regiment zu Fuß angestellt. In diesem Regiment nahm er 1870 an dem Sturme auf St. Privat teil und wurde schwer verwundet. Erst Anfang des Winters konnte er ins Feld zurükkehren und noch an der Belage­rung von Paris teilnehmen. Von 1873-76 zur Kriegsaka­demie kommandiert; Herbst 1876 Premierleutnant im 1. Garde-Regiment zu Fuß. 1878 in das Infanterie-Regiment Nr. 50 versetzt. 1880-83 Adjutant der 24. Infanterie-Bri­gade in Neiße; 1883 Hauptmann und Kompagniechef im Infanterie-Regiment Nr. 94 in Eisenach. Im Frühjahr 1886 zur Kriegsschule in Kassel als Lehrer kommandiert. Ende 1889 als Kompagniechef in das Hessische Infante­rie-Leibgarde-Regimant Nr. 115 versetzt. September 1891 Major, Frühjahr 1893 Bataillonskommandeur. 1894 be­fiel ihn eine schwere Erkrankung, die teils Folge der Kriegsverletzung, teils Folge eines Sturzes vom Pferde war. Infolgedessen wurde er 1895 Direktor der Kriegs­schule in Glogau. Seinen Tod, den er in dieser Stellung erlitt, führte ein Herzleiden herbei. Er war Ehrenritter des Johanniterordens. Seine Witwe zog mit den Kindern nach Eisenach, dann nach Darmstadt. Später lebte sie immer bei ihrem Sohn Werner Alvo 2., zuletzt in Torricella bei Lugano (Schweiz), wo sie am 10.1.1943 verstarb und beigesetzt wurde. 

XI 20. Marie Anna Elisabeth Armgard, Tochter erster Ehe von XI 11, geb. 16. 4. 1853 in Berlin, gest. 11. 3. 1856 in Stettin an Stickhusten und dort beigesetzt.

XI 21. Gustav Alexander Eduard, Sohn erster Ehe von XI 11, geb. 21. 6. 1856 in Berlin, gest. 26. 8. 1857 in Swi­nemünde. 

XI 22. Bertha Karoline Elisabeth, Tochter erster Ehe von XI 11, geb. 12. 10. 1859 in Wittenberg, gest. 19. 3. 1912 in Zerbst, verh. 3. 4. 1888 mit Friedrich Winfrid Schubart, geb. 5.6.1847 in Hohnstedt bei Grimma,  Schlossprediger in Ballenstedt, später Gene­ralsuperinten­dent des Herzogtums Anhalt in Zerbst, gest. 5. 3. 1918 in Zerbst.  Sie erlebte ihre Kindheit in Posen und Potsdam. Ab April 1872 war sie drei Jahre lang Schülerin am Freiadeligen Magdalenenstift in Altenburg (Sachsen-Altenburg). Mit ihrem Mann lebte sie bis Ende 1904 in Ballenstedt, danach in Zerbst, wo sie und später ihr Mann beerdigt wurden. 

XI 23. Elisabeth Pauline Marie, Tochter erster Ehe von XI 11, geb. 17. 10. 1861 in Stettin, gest. 4. 12. 1945 in Bethel bei Bielefeld, verh. 17. 5. 1885 in Ballenstedt mit Baron Anton Digeon v. Monteton, (geb. 28. 2. 1860 in Alt-Bertkow, Bez. Magdeburg, gest. 8. 2. 1937 in Ilsenburg am Harz) Leut­nant im Infanterie-Re­giment Nr. 93. Ihr Ehemann lebte bis zu seinem Tod als Generalmajor a. D. in Ilsenburg am Harz. Sie war zuletzt hilfsbedürftig und wurde in Bethel gepflegt. 

XI 24. Karl Werner Achaz Constantin 2., Sohn zweiter Ehe von XI 11, geb. 19. 10. 1866 in Posen, gest. 4. 5. 1943 in Wittenmoor, verh. 30. 11. 1910 in Wiesba­den mit Grace Billings-Pope, verw. v. Heinec­cius, geb. 1. 8. 1869 in East Machias, Maine, USA, gest. 24.6.1960 in Boston/Cambridge, Massachusetts, USA).       Kind dieser Ehe: XI 30.

Klosterschule in Roßleben 1881-85 bis zur Abiturienten­prüfung, dann Fahnenjunker im 1. Garde-Feldartillerie-Regiment, 1892-95 zur Kriegsakademie kommandiert. Im Sommer 1893 Studienreise nach den Vereinigten Staaten und nach Kanada. Herbst 1893 Premierleutnant, 1895-97 Instruktionsoffizier in der chilenischen Armee. 1897 im Badischen Feldartillerie-Regiment Nr. 14 wie­derangestellt, im Herbst 1899 Hauptmann und Batterie­chef im Feldartillerie-Regiment Nr. 50. Er nahm 1900/01 als Führer einer Gebirgsbatterie an der Expedition nach Ostasien teil. Während seines Aufenthaltes in China hatte er Gelegenheit, eine ganze Reihe historisch-politisch in­teressanter Persönlichkeiten kennenzulernen. Roter Ad­lerorden IV mit Schwertern (Mai 1901). Im Sommer 1901 kehrte er in die Heimat zurück und trat wieder in das Feldartillerie-Regiment Nr. 50 zurück. Im Frühjahr 1905 wurde ihm der erbetene Abschied bewilligt, und er unternahm in den folgenden Jahren eine Reihe ausge­dehnter Auslandsreisen, so 1907 nach Deutsch-Südwest­afrika; seit 1909 wohnte er dort auf der Farm Dabis (Di­strikt Bethanien), zu der er nach seiner Verheiratung Farm Goais hinzukaufte. Bei Ausbruch des Weltkrieges meldete er sich zum Dienst in der Schutztruppe, wurde aber erst im März 1915 zum Dienste herangezogen. Zu­nächst führte er das Etappenkommando in Marienthal. Bei dem Rückzuge vor den von Lüderitzbucht vorgehen­den Engländern und Buren konnte er sich als Führer einer deutschen Truppenabteilung unter geschickter Umge­hung der von Norden her bereits besetzten Hauptstadt Windhuk vor dem weit überlegenen Gegner in Sicherheit bringen und den Anschluß an die Hauptmacht der Schutztruppe gewinnen. Gegen Ende der Kämpfe in Südwest führte er das militärische Kommando im Be­zirke Grootfontein. Bei den Vorverhandlungen über den Waffenstillstand geriet er als Parlamentär in größte Ge­fahr, als infolge einer Uhrendifferenz die deutsche Artil­lerie noch einmal zu feuern begann, während er mit sei­nen Begleitern bereits in Unterhandlung mit den im Vormarsch auf Tsumeb befindlichen Angloburen stand. So wurde er noch während der Verhandlungen von Khorab Kriegsgefangener.Er blieb zunächst in Deutsch-Südwestafrika auch nach der Wiederkehr friedlicher Verhältnisse und nach der Neuordnung der politischen Schicksale des Landes. Der Versuch, die beiden Farmen Dabis und Goais, die wäh­rend der Feindlichkeiten in Südwest geräumt werden mußten und ausgeplündert wurden, nach dem Verlust fast des ganzen Viehbestandes von Ende 1915 bis 1924 wie­der hochzuwirtschaften, mußte nach der 1921 in Südwest einsetzenden schweren wirtschaftlichen Depres­sion 1924 aufgegeben werden. 1923 war die schwer er­krankte Frau mit dem im 12. Lebensjahre stehenden Sohn Gustav, der bis dahin nur Unterricht durch Eltern auf der Farm ge­nossen hatte, nach Deutschland zurückgekehrt, da die Lebensverhältnisse für eine gebildete weiße Frau uner­träglich geworden waren. Wenige Monate später sah sich der Vater genötigt, den Farmbetrieb völlig einzustel­len und seinem Unterhalt in einer untergeordneten Stel­lung auf den Diamantfeldern bei Lüderitzbucht zu ver­dienen. Nach 20monatiger Tätigkeit dort und einer Er­krankung, die ihn nach 18jährigem Aufenthalt in vorge­rücktem Le­bensalter (59) das Land zu verlassen zwang, kehrte er nach Deutschland zurück. Es gelang, die Far­men in deut­sche Hände zu bringen, wobei allerdings das investierte Kapital restlos verloren ging. 1930 in Pots­dam wohnhaft, widmete sich Constantin kolonialer Propa­ganda. Er lebte in den Kriegsjahren bis zu seinem Tode mit seiner Frau in Wittenmoor. Die Witwe lebte zuletzt  in U.S.A. in der Nähe ihrer dortigen Verwandten. Ab 1951 wurde sie in einem  Hospital in Cambridge/Mass. gepflegt. Sie starb am 24.6.1960 und wurde auf einem Friedhof im Süden von Boston beigesetzt, Constantin 2. dagegen in der Familiengrabstätte in Ballenstedt. 

XI 25. Werner Alvo 2. Konstantin August, Sohn von XI 19, geb. 1. 8. 1889 in Kassel, gest. 24. 3. 1962 in Bioggio bei Torricella, Schweiz, verh. 9. 10. 1913 in Darmstadt mit Gisela Johanna Pauline Christine Marie (Gisa) Freiin v. Bothmer (geb. 4. 2. 1893 in Darmstadt, gest. 3. 3. 1982 in Savosa bei Lugano, kath., Tochter des Haupt­manns August Frhr. v. Bothmer und der Gräfin Elisabeth v. Korff genannt  von Schmising-Kerssenbrock).          Kinder dieser Ehe: XI 31 bis 34. 

Unterricht bis zur Abiturientenprüfung auf dem Gymnasium in Eisenach. Er  begann ein juristisches Studium in Genf und setzte es in München fort, wobei  er aber bereits parallel Malerei studierte. Das Jurastudium ging weiter in  Berlin und Marburg, aber dann wurde er schwer lungenkrank. Nur sehr langsam  genas er in Arosa in der Schweiz. Nach der Heirat lebte er mit seiner Frau  zunächst in Darmstadt, das auch später noch für lange Zeit sein zweiter  Wohnsitz blieb, aber er wurde Kunstmaler und wirkte mehr und mehr in der  Schweiz: in Arosa oder Weggis am Vierwaldstättersee, dann in Porza bei  Lugano im Tessin. Dieser Ort führte zur Benennung des von ihm gegründeten und  geleiteten, übernationalen Künstlerverbandes "Porza". In der Hitlerzeit wurde  jedoch dieser zerschlagen und er persönlich angegriffen, so dass er mit der  Familie und der Mutter von da an nur noch in der Schweiz wohnte. Durch  unrechtmäßiges Vorgehen von Nazibehörden und durch Bombenschaden verlor  er das Familieneigentum in Darmstadt. Einen aus dem Erbe der Generäle  XI 12 Gustav I. und XI 15 Constantin I. stammenden Vermögensteil hatte er  schon vorher durch Geldentwertung verloren. Zuletzt lebte er in Torricella  bei Lugano. Nach seinem Tod zog seine Witwe zu ihrem ältesten Sohn. Beide  Ehepartner wurden in Torricella beigesetzt. 

XI 26. Reimar Konstantin, Sohn von XI 19, geb. 26. 8. 1891, gest. 16.12. 1891. 

XI 27. Marie Margarete (Marietta) Julie Elisabeth, Tochter von XI 19, geb. 17. 3. 1893 in Darmstadt, gest. 28. 4. 1965 in Friedrichshafen, verh. 10. 5. 1916 in Darmstadt mit Graf Ludwig Ferdinand v. Zeppelin, (geb. 10. 4. 1875 in Ebersberg, gest. 26. 10. 1937 in München, Ingenieur und Rittmeister d. Res. im Hessi­schen Garde-Dragoner-Regiment Nr. 23, Neffen des Er­finders des lenkbaren Luftschiffes, Grafen v. Zep­pelin.) Während des Weltkrieges war sie bis zu ihrer Ver­heira­tung als Hilfsschwester in einem Reservelazarett tätig.  Sie wohnte in Charlottenburg, in Thumersbach bei Zell am See oder in Lochau am Bodensee. Sie war eine beeindruckende, kluge und begabte Frau. Zuletzt wurde sie von ihrer Tochter Sonja in Friedrichshafen gepflegt. Sie wurde in Konstanz beigesetzt. 

XI 28. Vinzenz Gustav Karl Alvo, Sohn von XI 19 geb. 17. 3. 1893 in Darmstadt, gest. 19. 12. 1913. Bis zur Abiturientenprüfung auf dem Gymnasium in Ei­senach. August 1913 Leutnant im Dragoner-Regiment Nr. 2 zu Schwedt, wo er verstarb. 

XI 29. Armgard Mathilde Klara, Tochter von XI 19, geb. 19. 3. 1895 in Darmstadt, gest. 18. 11. 1971 in Stuttgart. Widmet sich dem Studium der Musik. Ihr späterer Wohnsitz war Stuttgart. Sie litt zuletzt sehr unter einer schmerzhaften Krankheit.  

XI 30. Gustav 3. Alkmar, Sohn von XI 24, geb. 3. 5. 1912 in Windhuk. Er war Pilot und starb am 9. 12. 1935 beim Absturz seines Flugzeuges bei Braunschweig-Lehndorf. Zunächst lebte er auf einer Farm in Südwestafrika und wurde nur von seinen  Eltern unterrichtet. Von seinem 12. Lebensjahr an konnte er seine Schulbildung in Deutschland fortsetzen. Er wurde Flieger beim Militär und war begeisterter Pilot. Zuletzt war er Leutnant in einem Flieger-Geschwader. Der Absturz bei einem Nachtflug, der zu seinem Tod führte, war durch technisches Versagen  bedingt. Auch er wurde in der Familiengrabstätte in Ballenstedt beigesetzt. Es gibt eine ausführliche Beschreibung seines kurzen Lebens in Buchform. (o.V.: Gustav Alkmar von Alvensleben. Ein junges Deutschafrikaner- und Fliegerleben. Nach Tagebuchaufzeichnungen über seine früheste Jugend und nach seinen eigenen Briefen. Als Manuskript gedruckt bei Max Schröder, Potsdam 1938, 392 S. - im Bestand der Bayrischen Landesbibliothek).

XI 31. Ingeborg Walpurga (Ingola) Charlotte Felicitas Paula Ma­ria Eugenie, kath. Tochter von XI 25, geb. 29.10. 1915 in Darmstadt, gest. 4. 5. 2002 in Nizza. .............. 

XI 32. Vinzenz-Alvo 1. Otto Heinrich Ludwig Gyso August Werner , kath., Sohn von XI 25, geb. 13. 6. 1917 in Weggis in der Schweiz, gest. 20. 6. 1994 in Sa­vosa., Diplom-Landwirt ............................... 

XI 33. Reimar Constantin Franziscus Heinrich Kurt Ha­rald, kath. Sohn von XI 25, geb. 26. 2. 1921 in Porza bei Lugano, gest. 8. 5. 1992 in Molinazzo di Mon­teggio, beigesetzt in der Familiengrabstätte in Torricella, Tessin, Schweiz, Chefkoch. ...................... 

XI 34. Bodo Johannes (Bodo-Giovanni) Werner Gebhard Siegfried, kath., Sohn von XI 25, geb. 24. 12. 1927 in Porza bei Lugano; Hoteldirektor. ................