XIV. Haus Erxleben II

Erxleben II nebst Uhrsleben war bei der brüderlichen Teilung der Söhne Gebhard Johanns II. im Jahre 1701 Johann August I. zugefal­len. Sein Enkel Johann August 1. Ernst beerbte 1782 seinen Vater in dem Besitze von Erxleben II und seinen Oheim Gebhard August I. 1783 in dem Besitze von Uhrsleben. Die Kinder Johann August Ernsts, der 1798 in den Grafenstand erhoben wurde, stellen die letzte Generation des älteren Erxleber Hauses der schwarzen Linie dar, die 1858 mit dem Grafen Albrecht im Mannesstamme erlischt und den Nachkommen seiner ältesten Schwester unter dem Namen neues Haus Erxleben schwarzer Linie fortgesetzt wird. Die Übersicht be­ginnt mit Anschluß an Wohlbrück mit der letzten Generation des alten Hauses Erxleben II. 

XIV 1. Gräfin Sophie, Tochter des Grafen Johann Au­gust Ernst, geb. 1. 1. 1790 in Halberstadt, gest. 28. 7. 1848 in Berlin, verh. 20. 7. 1808 mit Friedrich Wil­helm Karl v. Kröcher, Landesdirektor der Altmark und Johanniterrit­ter, Herrn auf Vinzelberg. 

XIV 2. Gräfin Auguste, Tochter des Grafen Johann Au­gust Ernst, geb. 2. 1. 1791 in Halberstadt, gest. 16. 2. 1856 in Erxleben, verh. 2. 5. 1811 in Erxleben mit Ernst Friedrich v. Krosigk, preußischem Rittmeister und späte­rem Generalleutnant, Herrn auf Niendorf, Kr. Oschersleben. 

XIV 3. Gräfin Adelheid, Tochter des Grafen Johann Au­gust Ernst, geb. 21. 10. 1792 in Erxleben, gest. 1.12. 1836 in Braunschweig, verh. 14. 9. 1821 in Erxleben mit August Ferdinand Septimus v. Münchhausen Major und Kammerherrn. 

XIV 4. Graf Albrecht 10. (eine ausführliche Biogra­phie des Grafen Albrecht befindet sich in Bearbeitung), Sohn des Grafen Johann August Ernst, geb. 23. 3. 1794 in Halber­stadt, gest. 2. 5. 1858 in Berlin. Unterricht im Kloster Unser Lieben Frauen in Magde­burg; als Siebzehnjähriger bezieht er die Universität Ber­lin. Am Frühjahrsfeldzug 1813 nimmt er in der Garde-Kosaken-Schwadron teil; 1815 wird er zum Sekonde­leutnant des Kavallerie befördert und kämpft beim 3. Dragoner-Regiment. Im Mai 1816 wird seine Bitte um Entlassung genehmigt. Nach Beendigung der Studien wird er 1817 Auskultator beim Stadtgericht in Berlin, 1819 Assessor, 1826 Rat und bald darauf Hilfsarbeiter beim Geheimen Obertribunal, 1827 etatsmäßiger Rat beim Kammergericht. Zwar rief ihn der Tod seines Va­ters zur Verwaltung des ererbten Besitzes 1828 nach Erxleben, von wo aus er als Generaldirektor der Magde­burger Landfeuer-Sozietät sowie als Mitglied des Sächsi­schen Provinzial- und des Altmärkischen Kommunal-Landtages eine vielfältige Tätigkeit entfaltete, aber be­reits 1831 wurde er als geheimer und vortragender Rat ins Justizministerium berufen, kurz dar­auf auch zum Kammerherrn ernannt. Er fand Gelegen­heit, sich bei der internationalen Regelung der politischen Verhältnisse in Krakau 1831 und als zweiter preußischer Bevollmäch­tigter bei der Wiener Ministerial-Konferenz 1834 auszu­zeichnen. Noch im Jahre 1834 zum Geheimen Oberju­stizrat ernannt, folgte er Anfang 1835 dem ver­storbenen Minister Maaßen an der Spitze des Preußi­schen Finanz­ministeriums und wurde 1836 zum Gehei­men Staats- und Finanzminister befördert. Wenn er auch in der allgemei­nen Finanzpolitik keine grundsätzlich neuen Wege ein­schlug, so verwaltete er doch ein Mini­sterium mit klarem Blick und mit einer in vielfacher Hin­sicht sehr erfolgrei­chen Praxis. Er besaß das Vertrauen der Könige Friedrich Wilhelm III. und IV. in besonderem Maße. Als Mitglied des Staatsministeriums gewann er auch auf Fragen der allgemeinen Staatsleitung, die über den Bereich sei­nes Ressorts hinausgingen, einen beträchtlichen Einfluß. Im einzelnen muß sein Anteil an den Wandlungen und Schicksalen der preußischen Politik in jenen Jahrzehnten einer besonderen Untersuchung vorbehalten bleiben. Ne­ben seiner Tätigkeit als Beamter und Politiker pflegte er auch mancherlei wissenschaftli­che Interessen. Auch seine Aufgaben als Gutsherr ver­nachlässigte er nicht; der große Einfluß, den er sichtlich auf den Kreis seiner Stan­desge­nossen ausübte, hat nicht nur in dem Gewicht seiner staatsmännischen Persönlichkeit, sondern auch in seinen menschlichen Eigenschaften seine Ursache. Er verstarb, als er schon erkrankt zu einer Sit­zung des Herrenhauses nach Berlin geeilt war, und ist in Erxleben beerdigt. 

XIV 5. Graf Joachim, Sohn des Grafen Johann August Ernst, geb. und gest. 13. 10. 1795 in Erxleben. 

XIV 6. Graf Gebhard, Sohn des Grafen Johann August Ernst, geb. 1. 5. , gest. 21. 11. 1797 zu Erxleben. 

XIV 7. Graf Gebhard, Sohn des Grafen Johann August Ernst, geb. und gest. 22. 6. 1798 zu Erxleben. 

XIV 8. Gräfin Mathilde, Tochter des Grafen Johann Au­gust Ernst, geb. und gest. 8.10. 1799 zu Halberstadt. 

XIV 9. Graf Ludolf 19., Sohn des Grafen Johann Au­gust Ernst, geb. 9. 3. 1801 zu Halberstadt, gest. 30.11. 1832 zu Vinzelberg, beerdigt zu Erxleben.Er studierte gleich seinem Bruder Albrecht die Rechts- und Staatswissenschaften und widmete sich dem Staats­dienste. Auf Grund seiner guten Fähigkeiten wurde er bald Regierungsrat im Ministerium des Innern. Ein früher Tod aber setzte seinem hoffnungsreichen Leben ein Ziel. Er starb im Hause seiner ältesten Schwester zu Vinzel­berg. 

XIV 10. Gräfin Mathilde, Tochter des Grafen Johann August Ernst, geb. 12. 2., gest. 23. 2. 1803 zu Erxleben. 

XIV 11. Gräfin Ulrike, Tochter des Grafen Johann Au­gust Ernst, geb. 9. 6. 1806 zu Erxleben, gest. 8.11. 1858 zu Klein-Oschersleben, Kr. Wanzleben, beerdigt zu Erxleben. Sie war unvermählt. 

XIV 12. Gräfin Antonie, Tochter des Grafen Johann Au­gust Ernst, geb. 6. 6. 1809 zu Halberstadt, gest. 9. 10. 1834 zu Helmsdorf im Mansfeldischen, verh. 8. 5. 1829 mit Bernhard v. Kerssenbrock, Landrat auf Helmsdorf.Ihre Tochter Klara, die sich 1857 mit Adolf Theodor v. Krosigk verheiratet und aus der Erbschaft ihres Oheims Albrecht 10. (XIV 4) das Allodium Eichenbarleben ge­erbt hatte, vererbte Helmsdorf an ihren Sohn Gebhard Bern­hard v. Krosigk, während ihr Gemahl Eichenbarle­ben erhielt. Dieser heiratete in zweiter Ehe die Tochter der Gräfin Klara v. Alvensleben (XIV 13), deren Kinder im Besitze Eichenbarlebens nachfolgten. 

XIV 13. Gräfin Klara, Tochter des Grafen Johann Au­gust Ernst, geb. 8. 3. 1812 zu Erxleben, gest. 24. 2. 1854 zu Klein-Oschersleben, verh. 20. 7. 1835 mit Hans Friedrich Wilhelm v. Kotze, Rittmeister und späte­rem Landrat. Ihre Tochter Adelheid Klara heiratete 1860 Adolf Theodor v. Krosigk auf Eichenbarleben.Die Nachfolge des älteren Erxleber Hauses schwarzer Linie trat der Schwiegersohn der ältesten Allodialerbin an. Da in den Adern der Rechtsnachfolger des alten Hau­ses dessen eigenes Blut fließt, kann das neue Haus Erxle­ben II, das aus dem Hause Redekin unmittelbar hervor­gegangen ist, hier ohne weiteres fortlaufend angeschlos­sen werden. 

XIV 14. Udo 2. Gebhard Ferdinand, Sohn von Ferdi­nand Karl Gebhard Eduard 1. (XIII 9) auf Redekin und Amalie Eleonore Christiane Luise v. Stedern, Kgl. Preuß. Kam­merherr und Mitglied des Preuß. Herrenhau­ses, Erb­truchseß des Fürstentums Halberstadt, Johanni­territter, Rittmeister, auf Erxleben II, Uhrsleben und Wittenmoor, geb. 14. 3. 1814 in Berlin, gest. 20. 12. 1879 in Erxleben, verh. I) mit Elise Freiin v. Plet­tenberg (geb. 23. 12. 1811 in Heeren in Westfalen, gest. 1. 12. 1842 in Wittenmoor), II) mit Caroline Eh­rengard v. Kröcher (geb. 13. 7. 1821 in Vinzel­berg, gest. 27. 4. 1895 in Han­nover, Tochter des Landes­direktors der Altmark Fried­rich Wilhelm Karl v. Kröcher auf Vinzelberg, Vollen­schier, Plutowo, Gluchowo (Glauchau) und Falenczyn und der So­phie Gräfin v. Al­vensleben-Erxleben. Sie war Tochter des Grafen Johann August 1. Ernst und Nichte des letzten Grafen Albrecht 10. v. Alvensleben zu Erxleben). Udo ist mit seinen beiden Gemahlinnen in der Schloßkapelle in Erxleben beige­setzt.Seine 6 Kinder entstammen der zweiten Ehe (XIV 15-20).

Nach Besuch der Ritterakademie in Brandenburg trat Udo 1832 in das 11. Husaren-Regiment ein, das damals in Münster stand. Hier lernte er seine erste Gemahlin, Elise Freiin v. Plettenberg, kennen und knüpfte im west­fälischen Adel eine Reihe von Beziehungen an, die für sein Leben bedeutungsvoll wurden, insbesondere auch jene zu dem späteren Mainzer Bischof v. Ketteler, mit dem er als Herrenhausmitglied in politischen Dingen in Fühlung blieb.Nach seiner Vermählung lebte Udo zuerst in Redekin und kaufte 1841 vom Grafen Friedrich Wilhelm v. Al­vensleben-Weteritz das Rittergut Wittenmoor im Kreise Stendal. Dort widmete er sich ganz der Landwirt­schaft und wußte diesen Besitz durch Vergrößerung, Bauten und Meliorationen zu verbessern. Die Auffor­stung des zu Wittenmoor gehörenden, an die Königl. Letzlinger Forst angrenzenden Bockelberges ist sein Werk.Im Revolutionsjahr 1848 gelang es ihm, die Unruhe der Bevölkerung in den benachbarten Orten zu dämpfen. In diese Wittenmoorer Jahre fiel der Tod seiner ersten Ge­mahlin, mit der er in glücklicher Ehe gelebt hatte, und seine Wiedervermählung mit Ehrengard v. Kröcher im benachbarten Vinzelberg. Diese Eheschließung war in der Folgezeit von größter Bedeutung für Udo und seine Nachkommen. Am 2. 5. 1858 starb der Staatsminister Graf Albrecht auf Erxleben. Mit ihm erlosch die ältere Erxleber Linie. Lehnsnachfolger waren Udos Vater Edu­ard und dessen Bruder Ferdinand. In dessen Namen er­griff Udo zusammen mit seinem Vetter Friedrich sofort Besitz von Erxleben. Udos Kinder wurden durch das Blut ihrer Mutter Ehrengard v. Kröcher Nachkommen der aussterbenden gräflichen Linie. Ehrengard erbte das zum Allodium gehörende Erxleber Schloßinventar, das auf diese Art der Familie erhalten blieb. Später erbten Udos Kinder beträchtliche Teile des ausgedehnten v. Kröcher­schen Grundbesitzes. Ludolf 21. Udo, sein zweiter Sohn, erhielt Plutowo und die Forstreviere Tarnefitz-Sichau, Sophie verm. v. Krosigk, seine zweite Tochter, das Rit­tergut Vollenschier. Vor allem aber gingen von dem re­gen geistigen und religiösen Leben des Kröcher­schen Familienkreises, zu dem auch die im Zeitalter der Regie­rung Friedrich Wilhelms IV. einflußreichen Ger­lachs gehörten, lebendige Anregungen auf das Haus Witten­moor-Erxleben über. Den entstehenden Erbfolge­prozeß um Erxleben mit den Vettern a. d. H. Eichenbar­leben ge­wann Udo nach Jahren. So erwarb er Erxleben und Uhrs­leben ungeteilt für sich und seine Nachkommen, ohne jedoch Eichenbarleben der Familie erhalten zu kön­nen, und von nun ab war Erxleben der Mittelpunkt seiner aus­gebreiteten segensreichen Tätigkeit für die Seinen, den Staat, und das gesamte Geschlecht. Die Folge war die Verleihung der Kammerherrnwürde und die Berufung in das Preuß. Herrenhaus. Seine Erfahrungen veranlaßten ihn, im Kreise seines Geschlechtes für die Errichtung von Fideikommissen und damit für eine Befestigung des fa­miliären Grundbesitzes einzutreten. So wurde Erxleben II und Uhrsleben zugunsten seines ältesten Sohnes Albrecht 12. 1868 in ein Fideikommiß verwandelt.Udo 2. ist unter den Alvensleben des 19. Jahrhunderts der Mann gewesen, der sich um die Erhaltung und Vermeh­rung des Besitzes, um die Pflege der geistigen und histo­rischen Überlieferungen, um die Rettung gefährdeter Denkmäler die grundlegenden Verdienste erworben hat. Er hat es verstanden, den Geist der Zusammengehörig­keit, der Verantwortung in jedem Sinne, und des Opfer­willens füreinander durch eigenes Vorbild und organisa­torische Tätigkeit in den Mitgliedern seines Geschlechts zu wecken, Niemand hat eine so großartig klare Vorstel­lung von der geschichtlichen Bedeutung seiner Ahnen und ihrer Teilnahme an der politischen und Geistesge­schichte Niedersachsens und Preußens gehabt als er, niemand hat zu seiner Zeit das Schicksal seiner, Nach­kommen weitschauender vorausbedacht. Sein Werk ist die Gründung des Familienverbandes und des Familien­tages, dessen vornehmste Funktion es bis 1918 war, eines der in Preußen ansässigen Mitglieder des Geschlechts für das Herrenhaus zu präsentieren. Auf Udos Veranlassung stellte Georg Adalbert v. Mülverstedt den Codex diplo­maticus Alvenslebianus zusammen. Udo selbst gab 1868 die „Stammtafel des von Alvenslebenschen Geschlechts“ heraus. Das „Glaubensbekenntnis Joachims I. von Al­vensleben“ ließ Udo 1854 als Neudruck erscheinen (Facsimile-Nachdruck mit Ergänzungen 1986 durch die „Familie v.Alvensleben e.V.“) und schrieb selbst eine „Geschichte der von Alvenslebenschen Frauen aus dem Hause Erxleben-Redekin“. In Erxleben ließ er die Schloßkapelle und eine große Anzahl von Ah­nenbildern restaurieren. Udo för­derte auch die allgemeine Geschichtsforschung. Auf alle Gebiete, mit denen er in Berührung kam, erstreckte sich sein tätiger, klug beraten­der Einfluß. Er war ein einfa­cher, stiller, frommer Mann, der tat, was er für gut be­fand, und seine Person nie zur Geltung zu bringen suchte. Keiner seiner Biographen ist seinem wahren Wesen nä­her gekommen als G. A. v. Mülverstedt in seiner Vorrede zum 2. Bande des Codex diplomaticus Alvenslebianus. 

XIV 15. Elisabeth Luise, Tochter von XIV 14, geb. 8. 10. 1846 in Wittenmoor, gest. 26. 1. 1872 in Mentone, verh. 4. 5. 1867 in Erxleben mit Leopold Friedrich v. Gerlach, Hauptmann im Garde-Füsilier-Regiment, gest. 21. 7. 1874 in Berlin. Beide sind in der Erxlebener Gruft beige­setzt. 

XIV 16. Albrecht 12, Sohn von XIV 4, geb. 16. 12. 1848 in Wittenmoor, gest. 16. 1. 1928 in Krampfer im Hause seiner Tochter Marie v. Möllendorff, beigesetzt in der Schloßkapelle in Erxleben, verh. 14.10. 1873 in Ostro­metzko mit Martha Mathilde Marie v. Schön­born (geb. 9. 5. 1854 in Düsseldorf, gest. 3. 1. 1915 in Ostrometzko), dort zunächst beigesetzt, später nach Erxleben überge­führt, Tochter von Martin Vertraugott v. Schönborn auf Ostrometzko und Marie v. Schlichten.Kinder dieser Ehe: XIV 21, 22, 23, 24, 25, 27, 29, 30.

Ritterakademie in Brandenburg, Ausbildung in Neuen­heerse und Försterprüfung in Paderborn. Als Einjährig-Freiwilliger im Husaren-Regiment Nr. 14 zog er 1870 in den Krieg, wo er bald in die Stelle eines Ordonnanzoffi­ziers der 13. Infanterie-Division aufrückt. Er erwarb sich in der Schlacht bei Wörth als Einjähriger bei der Erbeu­tung eines Geschützes das Eiserne Kreuz und errettete später aus der Marne ein französisches Mädchen, wofür ihm die Rettungsmedaille verliehen wurde. Nach seiner Verheiratung 1873 pachtete er bis zum Tode seines Va­ters 1879 Wittenmoor und nahm darauf Erxleben in Be­wirtschaftung. Später verpachtete er die Erxleber Güter, um sich ganz dem Ausbau des westpreußischen Besitzes widmen zu können. Bis auf einige Wintermonate, die er in Erxleben zu verbringen pflegte, lebte er bis 1914 in Ostrometzko.

Kaiser Friedrich erhob ihn 1888 in den Grafenstand mit dem Namen Graf v. Alvensleben-Schönborn. Der Titel ist mit dem Besitze Ostrometzko verbunden, jedoch mit der Bestimmung, daß, im Falle die Gräfin vor ihrem Gemahl sterben sollte, der Graf berech­tigt sei, den Titel bis zu seinem Tode zu führen. Im Jahre 1898 beteiligte sich das Ehepaar an der Fahrt des Kaisers nach Palästina, 1904 zum 100 jährigen Gedenktage des Besitzes von Ostrometzko in der Familie seiner Gemah­lin wurde dem Grafen Albrecht ein erblicher Sitz im Her­renhause verliehen. Ein besonderes Verdienst erwarb sich Albrecht durch die 1905 beendete Neuaufstellung und Katalogisierung der bedeutsamen Erxleber Biblio­thek, für die er einen besonderen Flügel des Schlosses aus­baute.Graf Albrecht war eine energische, kraftvolle, auf das Prakti­sche gerichtete Persönlichkeit, ein Tatmensch, rastlos in der Ausbreitung seiner Unternehmungen und beständig auf die Mehrung des Ansehens und der wirt­schaftlichen Basis seines Hauses und Geschlechts be­dacht. Neben der bedeutenden Vermehrung seines Grundbesitzes rief er auch industrielle Betriebe ins Le­ben. Ausgebreitete Sachkenntnis und zielbewußtes Wol­len verhalfen ihm zu außergewöhnlichen Erfolgen.

Der Tod seiner Gemahlin 1915 und die Abtretung von West­preußen an Polen, im Versailler Vertrage 1919, veran­laßten ihn, den größten Teil seiner Besitzungen schon zu Lebzeiten seinen Söh­nen zu übergeben. Seine Lebensfüh­rung in Ostrometzko und Erxleben war die eines Grand­seigneurs der Zeit Kai­ser Wilhelms II., repräsentativ und glänzend. Kaiser Wil­helm besuchte ihn mit Gefolge in Ostrometzko, wo Al­brecht das Schloß durch Anbauten vergrößerte. Auf all seinen Gütern und Vorwerken finden sich die Spuren seiner Bautätigkeit. Graf Albrecht be­kleidete die Würde eines Erbtruchseß und Kammerherrn, war Kommandeur des Deutschen Ordens Ballei Utrecht und Johanniterrit­ter, bekleidete zahlreiche hohe Ämter und nahm viel am Hofleben teil. Ostrometzko und Erxle­ben waren zu seiner Zeit gesellschaftlicher Mittelpunkt für weite Umkreise, insbesondere aber für das gesamte Alvenslebensche Ge­schlecht. In seiner Generation hat niemand für notlei­dende Familienmitglieder eine offe­nere Hand gehabt. Er gab mit vollen Händen und berei­tete ständig Kranken und Obdachlosen eine Heimat. Sein Familiensinn er­streckte sich auf jedes Gebiet, das er, zu fördern ver­mochte. U. a. ist die Fortführung der Wohl­brückschen Familiengeschichte sein persönliches Ver­dienst. Als stellvertretender Senior des Geschlechts war er Allen Berater, mit einem elementaren Verantwor­tungsgefühl für das Schicksal der Gesamtheit. Mit sei­nem Glauben nahm er es ernst, er stand sicher auf dem Grunde einer festge­fügten, in ihm großartig lebendigen Weltanschauung, die von den Vätern überkommen war und die er in einer ein­fachen, lapidaren Form auf sein Leben und Wirken an­wandte. Im politischen Leben ist Graf Albrecht nicht hervorgetreten, aber das Deutschtum hat er in den polni­schen Teilen Westpreußens kraftvoll und mit Erfolg ge­fördert, ebenso das evangelische Chri­stentum.

Die in den letzten Lebensjahren Graf Albrechts verpach­teten Fideikommißgüter Erxleben und Uhrsleben umfas­sen 1930 ha, davon 900 ha Wald, das Fideikommiß Glauchau mit Windak und Wilhelmshof im Kreise Kulm umfaßt 840 ha, das Allodium Tannhagen im Kreise Thorn hat 670 ha Bodenfläche, davon 150 ha Wald. Das Allodium Girkau, Kreis Thorn, umfaßt 480 ha, davon 150 ha Wald. Das Allodium Tessenow mit Mühlenberg bei Parchim i. M. ist 1100 ha groß. Der Besitzer von Erxle­ben II hat das alleinige Patronat über die Kirchen in Bre­genstedt, Dorf Alvensleben, Ostingersleben, Uhrsle­ben und Wellen; zu gleichen Teilen mit Erxleben I steht ihm das Patronat in Erxleben zu, zu 1/3 in Hörsingen, zu 1/6 in Hermsdorf, Kreis Wolmirstedt.

Die Lehnsbücherei in Erxleben umfaßt 5500, die Fideikommißbücherei da­selbst 6700 Werke; eine Würdigung des teilweise höchst wertvollen Inhaltes dieser Sammlung, ebenso wie auch des Bestandes der über 2200 Bände zählenden Kapellen­bücherei müßte einer besonderen Untersuchung vorbe­halten werden. 

XIV 17. Ludolf 21. Udo, Sohn von XIV 14, geb. 9. 1. 1852 in Wittenmoor, gest. 27. 2. 1923 daselbst, Kgl. Preuß. Kammerherr, Mitglied des Herrenhauses, Kom­mandeur des Deutschen Ordens, Rittmeister und Johan­niterritter, verh. 7. 8. 1890 zu Berlin mit Ida Bertha v. Glasenapp (geb. 9. 11. 1866 in Buchwald, Kreis Neu­stet­tin, gest. 13. 2. 1924 in Stendal, Tochter des Herren­hausmitgliedes Reinhold v. Glasenapp auf Gr. und Kl. Dallenthin, Buchwald, Storkow, Klotzen und Koprieben und seiner Gemahlin Ida Maria, geb. Freiin Senfft v. Pil­sach a.d.H. Gramenz.                Kinder dieser Ehe: XIV 33, 34, 36, 37.

Besuch des Gymnasiums in Wernigerode und der Rit­terakademie in Brandenburg. Kurz vor der Reifeprüfung trat er bei Kriegsausbruch 1870 als Fahnenjunker in das 14. Husaren-Regiment ein. Im August auf einer Pa­trouille bei Weißenburg verwundet, nahm er nach seiner Genesung an der Belagerung von Paris teil und zog mit in die eroberte französische Hauptstadt ein. Im April 1871 wurde er zum Offizier befördert. Als er 1880 die Bewirtschaftung von Wittenmoor übernahm, schied er aus dem aktiven Heeresdienste aus. 1886 erbte er von seinem Onkel, dem Geheimen Oberregierungsrat August v. Kröcher, das 2500 Morgen große Forstrevier Sichau und Tarnefitz im Kreise Gardelegen. Wiederholte Aus­landsreisen, Tätigkeit in Kreistag, Provinzialsynode und Bezirksausschuß. 1908 erbte er das Rittergut Plutowo, Kreis Kulm, von der Schwester seiner Mutter, Sophie v. Gerlach, geb. v. Kröcher. 1911 wählte ihn die Familie zum Mitgliede des Herrenhauses, 1912 erhielt er die Kammerherrnwürde durch „Allerhöchstes Vertrauen“. Als Leutnant in Kassel war er zu dem nachmaligen Kai­ser Wilhelm II. in persönliche Beziehungen getreten, die für sein Leben von vielfacher Bedeutung waren. Bei Kriegs­ausbruch 1914 stellte er sich als Liniendelegierter der freiwilligen Krankenpflege. Im Mai 1919 erlitt er einen Schlaganfall, dem ein langes Siechtum folgte. In Wit­tenmoor errichtete er eine neue Kirche, vergrößerte das Herrenhaus und erhöhte den Wert der Güter durch den Bau zahlreicher Wirtschafts- und Wohngebäude so­wie Meliorationen jeder Art.Wittenmoor, das urkundlich zuerst 1150 in Besitze Hein­richs des Löwen und Albrechts des Bären erscheint, spä­ter in den Händen des Hochstifts Havelberg und seit 1546 Lehen der Familie von Lüderitz, gelangt 1835 in Al­venslebenschen Besitz, und zwar den der weißen Linie auf Weteritz und Isenschnibbe, von der es Udo 2. Geb­hard Fer­dinand (XIV 14) 1841 erwarb. Das Gut umfaßt mit den von Udo und Ludolf dazu erworbenen Grund­stücken 1077 ha, davon die größere Hälfte Wald. Plu­towo besteht aus 425 ha Acker, 100 ha Wiese und 82 ha Wald. Zu Wittenmoor gehört das Kirchenpatronat der Kirche zu Wittenmoor und das Mitpatronat in Wind­berge, Steinfeld und Kremkau.In Ludolf 21. Udo hat der von seinem Vater erstrebte Typus eines Alvensleben seine vollkommene Ausprä­gung erfah­ren. Umsicht, Sparsamkeit und Sachkenntnis vereinigen sich mit einem energischen Willen und einem glückli­chen Temperament zu einer segensreichen, mit Vorsicht und Ausdauer geführten und von praktischem Erfolge gekrönten Tätigkeit als Gutsherrn. Sein wesentli­ches In­teresse war religiösen und kirchlichen Dingen zuge­wandt, doch lagen die zahlreichen Ehrenämter, die er bekleidete, auch auf den Gebieten der Kommunalver­waltung im Kreise und in der Provinz. Unter diesen Vor­aussetzungen ist ebensowohl sein ausgebreitetes soziales Wirken, seine Güte im menschlichen Umgang überhaupt wie auch sein teilnehmendes Verhalten zu den allgemei­nen Ereignissen des staatlichen Lebens zu verstehen und zu würdigen. 

XIV 18. Sophie Amalie Dorothea, Tochter von XIV 14, geb. 22. 4. 1853 in Wittenmoor, verh. 20. 6. 1875 in Erxleben mit Dedo Ernst Ludwig Moritz v. Krosigk, späterem Generalmajor, gest. 23. 12. 1908 in Potsdam. Aus dem Nachlaß ihrer Tante Agnes v. Kröcher erbte sie das Rittergut Vollenschier (W. II 179, 313), das von 1484 bis in das 18. Jahrh. hinein im Besitz der Alvensleben gewesen war. 

XIV 19. Joachim 7., Sohn von XIV 14, geb. 17. 6. 1856 in Wittenmoor, gest. 2. 3. 1932 in Frankfurt a. d. Oder, verh. 7. 10. 1882 in Kassel mit Henriette Luise Elsbeth Frieda Agneta Hildegard v. Unger (geb. 4. 3. 1864 in Brandenburg, gest. 27.11.1942.in Rütznow, Tochter des Generals d. Kav. Ernst v. Unger und der Karoline Agnes v. Lauingen). Ein Lebensbild von Joachim und Hildegard wurde 1963 geschrieben von ihrem Sohn Udo 15. (XIV 31) (Manuskript).                Kinder dieser Ehe: XIV 26, 28, 31, 32, 35.

Besuch der Ritterakademie in Brandenburg. Trotz des Verlustes von drei Fingern infolge eines Jagdunfalles trat er 1875 beim Garde-Jäger-Bataillon als Fahnenjunker ein, ging aber bald in das Husaren-Regiment Nr. 14 über, dem auch seine Brüder Albrecht und Ludolf angehörten. 1877 Sekondeleutnant, 1887 Oberleutnant und Adjutant der 8. Kavallerie-Brigade in Erfurt, nachdem er vorher vier Jahre Regimentsadjutant war. Um das von ihm ge­kaufte Rittergut Kannenberg bewirtschaften zu können, nahm er im März 1889 den Abschied und wurde 1892 zum Rittmeister befördert. Nach Verkauf von Kannen­berg erwarb er 1894 das Rittergut Falkenberg im Kreise Lebus. Er widmete sich mit großem Erfolge hier der Landwirt­schaft und war ein Ratgeber vieler Standesge­nossen. Er wirkte außerdem in einer Reihe politischer und kirchli­cher Ehrenämter und war lange Jahre Vorsit­zender der Konservativen Partei in Frankfurt a. d. O.-Lebus. Ein Menschenalter lang war er in der Branden­burgischen Provinzialsynode und wurde später Vorsit­zender der ev.-luth. Gruppe. Als solcher wurde er auch in den Provin­zialkirchenrat gewählt und durch die General­synode als stellvertretendes Mitglied in den Kirchense­nat. Auch war er Mitglied der verfassunggebenden Kir­chenversammlung. 30 Jahre war er bei der Ritterschaft tätig als Ritterschafts­kommissar und besonders als Ritter­schaftsrat; zurzeit (1930) ist er Mittelmärkischer Ritter­schaftsdirektor und hat sich in dieser Tätigkeit um das Kreditwesen seiner Heimat ver­dient gemacht. Seit Ende vorigen Jahrhunderts war er Vorsitzender der von Al­venslebenschen Familienstiftung, hatte das Vermögen sehr vergrößert, das durch die Infla­tion zum großen Teil verloren ging. Joachim hat auch den „Stammbaum des adligen und gräflichen Ge­schlechtes von Alvensleben“ aufgestellt. So hat die Ar­beitslast im Dienste der Ge­samtfamilie jahrzehntelang in seinen Händen gelegen und liegt noch heute auf ihm, er hat kein Opfer gescheut, um in vorbildlich selbstlosem Wirken für das Wohl der Gesamtheit einzustehen.Ausgedehnte Reisen unterbrachen diese vielseitige Wirk­samkeit. Beim Kriegsausbruch 1914, fast 60jährig, sich zur Verfügung stellend, war er zunächst an einer Reihe von Orten als Bahnhofskommandant in Elsaß-Lothringen und Serbien, später als landwirtschaftlicher Berater der Militär-Eisenbahndirektion in Nisch tätig; dabei wurde er zum Major befördert. Er war Rechtsritter des Johanniter­ordens.Sein Güterbesitz setzt sich folgenderweise zusammen: Im Jahre 1884 erbte er von seiner Großtante Frl. v. Angern das Rittergut Sülldorf (394 ha), Kreis Wanzleben, wel­ches er im Jahre 1922 nach 67jähriger Verpachtung aus der Pacht nahm und 1923 seinem jüngsten Sohn Joachim 11. übereignete. Das Allodium Kannenberg wurde 1889 ge­kauft, 1893 wieder verkauft. Falkenberg (894 ha), Kreis Lebus, wurde 1894 von den Erben des Freiherrn v. Cramm gekauft. Der Freischulzenhof Arensdorf (367 ha)  ist 1904 und das Gut Jochenshof (88 ha) 1905 erworben und wird gemeinschaftlich bewirtschaftet. Diesen Besitz übergab er im Jahre 1923 seinem ältesten Sohn Udo 15.. Der Besitzer von Falkenberg ist Patron der dortigen Kir­che. .......... 

XIV 20. Ehrengard Klara Marie, Tochter von XIV 14, geb. 2. 8. 1863 und gest. 25. 3. 1865 in Erxleben. 

XIV 21. Fredeke, Tochter von XIV 16, geb. 10. 12. 1874 in Wittenmoor, gest. 9. 7. 1926 in Breslau, verh. 14. 10. 1893 in Ostrometzko mit Alexander Bonaventura v. Schickfus u. Neudorff, Fideikommißbesitzer auf Trebnig, Kreis Nimptsch. Die Nachkommen haben Agnations­rechte an dem Fideikommiß Ostrometzko. 

XIV 22. Joachim Martin (Jomar), Sohn von XIV 16, geb. 4. 5. 1877 in Ostrometzko. Als Fideikommißerbe seiner Mutter ist Jomar Stifter des Hauses Ostrometzko (XV). ... 

XIV 23. Albrecht 14. Udo Wilhelm, Sohn von XIV 16, geb. 21. 8. 1879 in Ostrometzko, gest. 20. 9. 1945 in Nörten-Hardenberg, verh. 16. 9. 1919 in Hanno­ver mit Ilse Gräfin v. Hardenberg (geb. 12. 9. 1896 in Hof­geismar, gest. 19.11.1956 in Göttingen,  Tochter des ver­storbenen Kammerherrn und Rittmeisters a. D. Grafen Karl v. Hardenberg auf Har­denberg bei Göttingen und seiner gleichfalls verstorbe­nen Gemahlin Ilse Freiin v. Gilsa).Albrecht 14. verlebte seine Kindheit im Winter in Erxle­ben, im Sommer in Ostrometzko. Nach Besuch der Rit­teraka­demie in Brandenburg seit 1899 Studium der Rechts- und Staatswissenschaften auf der Universität Bonn. Die Zu­gehörigkeit zum Corps Borussia und seine spätere Eigen­schaft als erster Chargierter brachten es mit sich, daß er zu einer Reihe von Fürstlichkeiten Beziehun­gen gewann. Abschluß der Studien in Halle a. d. S.; 1903 erste juristi­sche Staatsprüfung, 1910 Prüfung für den hö­heren Ver­waltungsdienst, 1911 Ausbildung in der Land­wirtschaft. In die Ausbildungsjahre fallen eine Reihe Reisen, die ihn bis nach Indien und Ostafrika führten. Im Weltkriege stellvertretender Landrat von Neuhaldensle­ben, 1917 Kreischef bei der deutschen Verwaltung in Polen. Aus Krankheitsrücksichten zurückgekehrt, wid­mete er sich der Bewirtschaftung des von ihm gepachte­ten Ritterguts Erxleben II, in dessen Fideikommißbesitz er mit dem Tode seines Vaters 1928 trat. .................... 

XIV 24. Marie Martha Sophie, Tochter von XIV 16, geb. 30. 5. 1881 in Ostrometzko, gest. 20. 5. 1935 in Krampfer, verh. 2. 2. 1904 in Erxleben mit Ottokar Harwey Wichard v. Möllendorff, Fideikom­mißbesit­zer auf Krampfer und Simonshagen. .... 

XIV 25. Udo, Sohn von XIV 16, geb. 31. 8. 1882 und gest. 2. 9. 1882 in Ostrometzko. 

XIV 26. Agnes Ehrengard, Tochter von XIV 19, geb. 6. 1. 1884 in Kassel,  gest. 22.11.1945, verh. 6. 6. 1905 mit Hasso v. Bredow, (geb.15.3.1878, gest. 26.7.1954 in Berlin, Major a. D. und Herrn auf Buchow-Carpzow und Ihlow in der Mark). ............ 

XIV 27. Gebhard 42. Johann, Sohn von XIV 16, geb. 23. 5. 1884 in Ostrometzko, gest. 18. 11. 1960 in Berlin, verh. 1. 10. 1907 in Domnau mit Ruth Ursula Klara Gräfin v. Kalnein (geb. 26. 1. 1887 in Weimar, gest. 11. 6. 1960 in Göttingen, Tochter des Grafen Kal­nein auf Domnau und seiner verstorbenen Gemahlin Elisabeth Gräfin v. der Schulenburg a. d. H. Altenhau­sen).                Kinder dieser Ehe: XIV 38-41.

Ritterakademie in Brandenburg und Privatschule in Halle. 1903 Fahnenjunker im 10. Husaren-Regiment, 1905 Leutnant, 1910 zur Kavallerie-Telegraphenschule kommandiert. 1911 erhält er für die Errettung seines älte­sten Sohnes und der Hausdame seines Schwiegervaters vom Tode des Ertrinkens die Rettungsmedaille am Bande. 1912-14 Hilfsoffizier der Remontierungskommis­sion in Ostpreußen und Hannover. Im Weltkriege erst Ordonnanzoffizier der 5. Division, 1915 Rittmeister, 1917 Nachrichtenkommandeur der 192. Division. 1919 wegen Erkrankung mit der gesetzlichen Pension und der Uniform des 10. Husaren-Regiments entlassen. Nach dem Kriege wohnte er auf dem väterlichen Gute Tes­senow und bewirtschaftet jetzt (1930) sein Gut Glauchau. Er ist Johanniterritter und besitzt eine Reihe von Kriegs­auszei­chnungen. .............. 

XIV 28. Oda, Tochter von XIV 19, geb. 2. 1. 1886 in Kassel, gest. 17. 7. 1965 in Johannesburg, Südafrika, verh. in Falkenberg am 9. 8. 1906 mit Walter v. der Marwitz, geb. in Berlin am 24. 9. 1880,  von den Rus­sen erschossen in Greifenberg am 14.3.1945, Landrat a. D., auf Rütznow, Kreis Greifenberg i. Pommern. 

XIV 29. Elisabeth Helene Mathilde, Tochter von XIV 16, geb. 30. 11. 1889 in Erxleben, gest. im Januar 1946 im Konzentrationslager Sachsenhausen, verh. 4. 6. 1912 in Erxle­ben mit Burghard v. Veltheim, geb. 17. 12. 1873 in Schönfließ, gest. 19. 6. 1951 in Hamburg, Kgl. preuß. Major a.D., Fideikommißherrn auf Schön­fließ, Stolpe, Quitzin und Rolofshagen. 

XIV 30. Ludolf 24. Busse, Sohn von XIV 16, geb. 23. 8. 1891 in Ostrometzko, gest. 28.10.1968 in La Tour de Peilz, Schweiz;  Herr auf Tannhagen und Gierkowo (Pommerellen).

Nach Besuch verschiedener Schulen 1913 Leutnant im 14. Husaren-Regiment, an dessen Kämpfen im Welt­kriege 1914 im Westen, 1915 im Osten er teilnahm. 1915 durch einen Brustchuß schwer verwundet, ging er 1916 nach der Westfront zurück, kehrte aber schwer erkrankt infolge der großen Strapazen und der schweren Verwun­dungen in die Heimat zurück. Er wohnt 1930 auf sei­nem Gute Tannhagen im Kreise Thorn. E.K.I. ... 

XIV 31. Udo 15. Gebhard Ferdinand, Sohn von XIV 19, geb. 4. 5. 1895 in Falkenberg, Kr. Lebus, gest. 6. 1. 1970 in Celle, verh. 16. 6. 1924 in Dorow mit Anna Gerda Gunild v. Oertzen (geb. 12. 1. 1904 in Dorow, gest. 24. 1. 1997 in Tübingen, Tochter des Rittmeisters Karl v. Oertzen auf Dorow und der Elisabeth v. Thadden a. d. H. Trieglaff).

1908-13 besuchte Udo die Ritterakademie in Branden­burg. Sommersemester-Studium in Edinburgh (Schott­land), dann zwei Semester Studium der Mathematik und Naturwis­senschaften in Heidelberg (aktiv beim Corps Saxoborus­sia). Bei Ausbruch des Krieges trat er als Fah­nenjunker in das Ulanen-Regiment Nr. 3 in Fürstenwalde ein. 22. 3. 1915 Leutnant, 1914-17 im Felde in Flandern, Nordpo­len, Kurland und Litauen. Stellungskrieg südlich Dün­aburg und Rumänien. Dann Mai 1917 im Westen kom­mandiert zur Infanterie (I.R. 18). Im Juni 1917 Or­donnan­zoffizier beim Generalkommando 65. Erhielt das E.K. I und kam auf seinen Wunsch Juli 1917 zur Sturm­lehrab­teilung der 41. Infanterie-Division. – Bei einer Er­kundung der feindlichen Stellung geriet er – durch sein unerschrockenes Vorgehen seiner Sturmtruppe weit voran – schwer­verwundet in französische Gefangen­schaft. Sie dauerte bis 1919 und wirkte dadurch beson­ders drückend auf ihn, daß er nun untätig und ausge­schaltet dem Ringen seines Vaterlandes von fern zusehen mußte. – Nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft studierte Udo noch ein Wintersemester in Berlin und ei­nes in München, lernte 1920/21 Landwirtschaft in Nien­hagen und Forstwirt­schaft in Hohenlübbichow. Als 1921 die Grenzen des Vaterlandes im Osten wieder bedroht waren, stellte er sich nochmals zur Verfügung und nahm an der Nieder­werfung des oberschlesischen Aufstandes teil. 1923 übernahm er das väterliche Gut Arensdorf. Hier entfaltete er eine rege politische Tätigkeit. ............................... 

XIV 32. Karoline Ehrengard, Tochter von XIV 19, geb. 4. 12. 1896 in Falkenberg, gest. 18. 10. 1902 da­selbst. 

XIV 33. Udo 16. August Ernst, Sohn von XIV 17, geb. 23. 1. 1897 in Wittenmoor, gest. 22. 8. 1962 in Dort­mund, verh. 16. 11. 1944 in Haus Bodelschwingh bei Dortmund mit Elma Freiin zu Innhausen und Knyphausen, geb. Haus Bodelschwingh am 5. 6. 1919. Ritterexpektant des Deutschen Ordens Ballei Utrecht, Ritterakademie in Brandenburg. Bei Beginn des Welt­krieges siebzehnjährig Fahnenjunker im Husaren-Regi­ment Nr. 10. Notreifeprüfung. Er machte den Krieg aus­schließlich im Westen bis zum letzten Tage mit und nahm an der Front an fast allen Großkampfhandlungen teil, ohne bis auf eine unbedeutende Verwundung 1918 den geringsten Schaden zu nehmen. März 1915 Offizier, Mitte 1915 zum Infanterie-Regiment Nr. 26 versetzt als Zug- und Kompagnieführer, Bataillonsadjutant und Füh­rer der Regiments-Nachrichtenabteilung. Wiederholt fand er Gelegenheit, sich in den schweren Kämpfen seines Regiments an hervorragender Stelle auszuzeichnen. Sein Kommandeur rühmt seine unbedingte Zuverlässigkeit, seine Unerschrockenheit und ruhige Besonnenheit. Aus­zeichnung durch das E.K.I. Nach dem Kriege bildete er sich zum praktischen Land- und Forstwirt, studierte au­ßerdem Volkswirtschaft, Rechtswissenschaften und Ge­schichte an den Universitäten München, Berlin und Hamburg und erwarb 1927 mit einer kulturgeschichtli­chen Arbeit den philosophischen Doktorgrad an der Uni­versität Hamburg. Wiederholte Reisen durch die meisten europäischen Länder, Nordafrika und Asien. Am 1. 7. 1921 übergab ihm sein Vater Ludolf 21. (XIV 17) den Besitz und die Bewirtschaftung von Wittenmoor. ................... 

XIV 34. Busso 21. Joachim, Sohn von XIV 17, geb. 21. 4. 1898, gefallen 15. 6. 1918. E.K.I. An Geist und Körper mit reichen Vorzügen ausgestattet, zieht er von der Brandenburger Ritterakademie in den Krieg und wird noch vor seinem 17. Geburtstag Offizier im Husaren-Regiment Nr. 10. Er tritt von seinem Kom­mando zum Infanterie-Regiment Nr. 26 im August 1916 zur Fliegertruppe über und gehört 1917 dem Richthofen­kreise an. Fast ununterbrochen nimmt er an Luftkämpfen über der Westfront teil, bis er im Kampf gegen feindliche  Übermacht über Villers Cotterêts den Tod findet. In ei­nem französischen Lazarett zu Crépy-en-Valois ist er gestorben und auf dem Militärfriedhof von Vignemont bei Compiègne nach zweimaliger Umlegung bestattet.Seine Briefe und Aufzeichungen, die ein lebendiges Bild seiner Persönlichkeit und Entwicklung geben, sind ge­sammelt und 1924 bei Jakob Hegner in Hellerau gedruckt worden. 

Siehe auch: http://www.buddecke.de/busso.htm

XIV 35. Joachim 11. Ernst, Sohn von XIV 19, geb. 5. 5. 1899 Falkenberg, Kr. Lebus, gefallen bei Shisdra, Rußland, am 5. 7. 1942, verh. 27. 4. 1923 in Wisbu mit Ingeborg Dorothea Margarethe v. der Osten, Toch­ter des Landschaftsrats Dr. jur. Wedig v. der Osten, Herrn auf Wisbu, und der Maria v. der Osten a. d. H. Witzmitz (geb. 1. 4. 1902 in Wisbu, gest. 30. 7. 2003 in Wienhau­sen).

Brandenburg Ritterakademie. 1915 trat Joachim mit Pri­mareife, sechzehnjährig, als Fahnenjunker in das Ulanen-Regiment Nr. 3 in Fürstenwalde ein. Er kämpfte in Ruß­land und Rumänien mit seinem Bruder Udo zusammen bei dem Maschinengewehrzuge, wird 1916 Offizier und neunzehnjährig als Eskadronführer 1918 im Westen ver­wundet. Nach Wiederherstellung kehrt er zur Front und nach Kriegsschluß mit dem E.K.I. und II ausgezeichnet mit seinem Regiment nach Fürstenwalde zurück. 1918 hatte er vom Schützengraben aus das Abiturientenex­amen nachgeholt. Er widmete sich seit 1919 der Erler­nung der Landwirtschaft in Nienhagen und München. 1922 übernahm Joachim das von ihm selbst bewirtschaf­tete väterliche Gut Sülldorf im Kreise Wanzleben. 

XIV 36. Jacob Ludolf 25., Sohn von XIV 17, geb. 9. 8. 1899 in Wittenmoor, gest. 28. 8. 1953 in Dortmund.

Ritterakademie in Brandenburg; 1917 als Fahnenjunker zum 10. Husaren-Regiment, bei dem er im Westen Gele­genheit fand, sich auszeichnen. 1918 zum Offizier beför­dert, schloß er sich nach Rückkehr in die Heimat der im Baltikum kämpfenden Abteilung Bredow an. Zahlreiche schwierige und gefahrvolle Patrouillenritte führte er mit Auszeichnung durch. An der Spitze seiner Schwadron erstürmte er die Stadt Bausk. 1919 kehrte er nach Deutschland zurück und übernahm die Verwaltung des ihm zum Erbteil bestimmten Rittergutes Plutowo. Er mußte es 1921 unter dem Druck der polnischen Regie­rung an einen Polen verkaufen. .......... 

XIV 37. Albrecht Wichard 4., Sohn von XIV 17, geb. 19. 5. 1902 in Wittenmoor, gest. 14. 8. 1982 in Asche­berg, verh. 4. 3. 1927 mit Cora v. Erxle­ben, (geb. 20. 12. 1905 in Selbelang, gest. 29. 1. 1945 in Tankow beim Einmarsch der Russen), Tochter des Fideikommiß­herrn Otto v. Erxleben auf Selbelang, Retzow, Tankow, Seegenfelde und Derzow und der Edelgard v. Werder.Klosterschule in Magdeburg und Ritterakademie in Brandenburg; 1921 Abiturientenexamen auf der Kloster­schule Roßleben. Er ergriff den Landwirtsberuf und kämpfte 1920 als Freiwilliger bei der Niederwerfung der Unruhen in Halle. Pächter des Rittergutes Seegenfelde (Neumark). ..................... 

XIV 38. Hubertus 1. Albrecht Natango Gebhard, Sohn von XIV 27, geb. 3. 11. 1909 in Stendal, gest. 20.4.1962 in Levershausen  ........ 

XIV 39. Gebhard 46. Johann Siegfried, Sohn von XIV 27, geb. 8. 8. 1914 in Stendal. .......... 

XIV 40. Busso 23. Wilhelm, Sohn von XIV 27, geb. 15. 11. 1918 in Stendal, gest. 8. 1. 2000 in Hollenstedt .......... 

XIV 41. Alvo 7. Vertraugott, Sohn von XIV 27, geb. 13. 10. 1921 in Glauchau. ....... 

XIV 42. Ilse-Gisella Martha Armgard, Tochter von XIV 23, geb. 5. 7. 1923 in Erxleben, verh. 9. 5. 1943 in Erxleben mit Werner v. Reden, geb. 14. 9. 1911 in Trier,, gest. 20. 12. 1990, Dipl.-Ing, Bundesbahn-Oberrat ...... 

XIV 43. Ehrengard Agnes, Tochter von XIV 35, geb. 13. 8. 1925 in Magdeburg. ......... 

XIV 44. Fredeke Gunild, Tochter von XIV 31, geb. 5. 9. 1925 in Arensdorf. ......... 

XIV 45. Albrecht 16. Karl Joachim, Sohn von XIV 23, geb. 1. 11. 1925 in Erxleben, gest. 20. 11. 1990 in Hardenberg. .......... 

XIV 46. Busso 26. Günther Henning Jürgen Albrecht, Sohn von XIV 31, geb. 20. 1. 1928 in Arensdorf. ......                

Stammtafel siehe bei Haus Redekin (XIII).