VI. Haus Neugattersleben

Neugattersleben nebst den dazugehörigen Gütern in Hohen­dorf, Glöthe und Löbnitz sowie dem Kirchen­patronat über Hohen­dorf und Brumby gehört seit 1573 dem Ludolfschen Aste der Familie v. Alvensleben, die das Hauptgut mit Zubehör auf den Feldmarken Hohen­dorf und Löbnitz noch heute besitzt, während Glöthe im Jahre 1808 von dem Johanniterritter Gebhard Johann Achatz v. Alvensle­ben auf Randau und Woltersdorf (W. III 407 ff.) mit Konsens zweier Brüder veräußert wurde. Über die Ortschaften vgl. W. II 374-400. Das Gut fiel bei der letzten brüderlichen Teilung sämtlicher Ludolf­schen Güter (W. III 413) unter die überlebenden Söhne Geb­hard Augusts II. (W. III 362/67) im Jahre 1796 dem vierten derselben, Ludwig Ernst Joachim Leberecht, zu, weshalb das von ihm abstam­mende Haus den Namen „Haus Neugattersleben“ erhielt. Über Ro­dehlen und Dombehnen vgl. VI 12, über Nißmenau VI 34.

In keinem Hause fließt so viel Alvenslebensches Blut wie in dem Hause Neugattersleben; des Stammvaters Vater hatte eine Alvensle­ben aus dem Hause Eichenbarleben (W. III 364) zur Frau. Die Stammutter ist der Ehe eines Alvensleben aus dem Joachimschen Hause Eichenbarle­ben (W. III 224) und einer Alvensleben aus dem Hause Zichtau (W. III 413) entsprossen. So stammt der Stamm­vater väterlicherseits aus dem Ludolfschen und mütter­licherseits aus dem Joachimschen Aste, die Stammutter von beiden Seiten aus dem Joa­chimschen Aste. 

VI 1. Ludwig Ernst Joachim 5. Leberecht, Sohn von Gebhard August II. (W. III 362 ff.), Stammvater des Hauses Neugattersleben, geb. 28. 5. 1776 in Neugatters­leben, gest. 3. 6. 1805 daselbst, verh. mit Wilhelmine (Minettchen) Karoline Amalie v. Alvensleben aus dem Hause Eichenbarleben (XI 8, W. III 413, wieder verheiratet 1812 an den Prof. Dr. phil. Karl Matthisson, von ihm geschieden, gest. 3. 3. 1852 in Dresden).Kinder dieser Ehe: VI 2-6.

VI 2. Udo1. Adolf, Sohn von VI 1, geb. 22. 8. 1798 in Neugattersleben, gest. 18.11.1850 in Aschersleben, verh. 11. 1. 1825 mit Luise Auguste Kayser aus Magde­burg (geb. 20. 4. 1801 in Magdeburg, gest. 2. 5. 1876 in Naumburg a. d. S.).                Kinder dieser Ehe: VI 7-10, 12, 14, 16, 18, 20,

Ritterakademie in Brandenburg. Wurde Offizier im Garde-Ulanen-Regiment und nahm schon als Premier­leutnant seinen Abschied. Übernahm sodann die Bewirt­schaftung des väterlichen Gutes Neugattersleben in der Erwartung, daß es ihm als dem Erstgeborenen bei der später erfolgenden brüderlichen Teilung zufallen werde.Neugattersleben war (1805) von demselben Schicksale betroffen worden wie bald darauf (1807) Rogätz. Sein Besitzer (VI 1) war etwa ein Jahr vor der Katastrophe von Jena und Auerstedt, also in dem Augenblick, wo es der festen Hand des Herrn am dringendsten bedurfte, an einem Schlaganfall verstorben und hatte seine junge Witwe mit fünf Kindern im Alter von sechs Jahren bis zwei Monaten zurückgelassen. Fast ein Vierteljahrhun­dert stand Neugattersleben nunmehr in schwerster Zeit unter der Verwaltung von Vormündern, die sie zwar nach bestem Wissen, aber mit ungünstigem Erfolge geführt haben. Es hat Jahrzehnte gedauert, bis das stark herab­gewirtschaftete Gut unter der geschickten Hand des Gra­fen Werner Alvo (VI 19) sich von den Folgen der Napo­leonischen Kriege und der vormundschaftlichen Ver­waltung erholte. Bei der brüderlichen Teilung (1830) ergab es sich, daß das Gut der Familie nur erhalten wer­den konnte, wenn der jüngste der drei Söhne (VI 6), des­sen von den Vormündern gesammeltes kleines Barver­mögen noch unverkürzt vorhanden war, den Besitz über­nahm. Udo Adolf mußte sich daher entschließen, im April 1831 Neugattersleben, wo ihm seine vier ältesten Kinder geboren waren, zu verlassen. Er wohnte im letz­ten Jahrzehnt seines Lebens in Aschersleben und über­nahm Pachtungen in Wegeleben und Groß-Badegast. In Hohendorf b. Neugattersleben ist er beigesetzt. 

VI 3. Ulrike Albertine Helene, Tochter von VI 1, geb. 14. 8. 1800, gest. 28.12.1806 in Berlin. 

VI 4. Charlotte Albertine, Tochter von VI 1, geb. in Neugattersleben 25. 5. 1802, gest. in Potsdam 24. 3. 1895 (verh. 29. 11. 1823 in Neugattersleben mit Alexander Karl Friedrich Ludwig v. Rauchhaupt aus dem Hause Trebnitz, geb. 20.5.1796 in Aschersleben, preußischem Premierleutnant und späterem Oberst und Kommandeur des Kaiser-Alexander-Garde-Grenadier-Regiments, gest. 12. 10. 1854 in Berlin). 

VI 5. Georg Emil 1., Sohn von VI 1, geb. 14. 2. 1804 in Neugattersleben, gest. 19. 5. 1882 in Schönebeck a. d. E., unverheiratet. Natürlicher Sohn siehe: VI 22.  Premierleutnant a. D., zuletzt im Brandenburgischen Kürassier-Regiment Nr. 6. 

VI 6. Werner Ludwig 7. Eduard, Sohn von VI 1, geb. 31. 3. 1805 in Neugattersleben, gest. 13. 7. 1869 in Neu­gat­tersleben, verh. 27. 5. 1831 in Neu-Beesen mit Sophie Luise v. Trotha (aus dem Hause Schkopau, geb. 21. 4. 1811 in Merseburg, gest. 19. 12. 1893 in Ballen­stedt, beerdigt in Neugattersleben). Kinder dieser Ehe: VI 11, 13, 15, 17, 19, 21.

Nach erreichter Großjährigkeit übernahm er als jüngster der Brüder den väterlichen Besitz. Es war der Energie seiner Gattin zu verdanken, daß er, als die Familie Douglas auf Neugattersleber Gebiet auf Braunkohle mu­ten wollte, diese Mutung selbst untersuchte und ein wert­volles Braunkohlelager fand. Die Anlage der Grube Luise-Hedwig verschaffte ihm und jedem seiner sechs Kinder ein erhebliches Allodialvermögen. Er wurde auf Präsentation der Familie ins Herrenhaus berufen, war Kreisdeputierter und Johanniterritter; ist in Neugattersle­ben beigesetzt. 

VI 7. Gebhard Werner Udo 4., Sohn von VI 2; geb. 1. 5. 1826 in Neugattersleben, gest. 10. 6. 1862 in Naum­burg a. d. S., verh. 12. 1. 1858 mit Auguste Wilhelmine Emilie Francke (geb. 11. 4. 1828 in Magdeburg als Tochter des Oberbürgermeisters und Geh. Regierungsrats August Wilhelm Francke, gest. 18. 1. 1903 in Naum­burg). Kinder dieser Ehe: VI 23 und 25.

Vorbildung auf den Gymnasien in Blankenburg a. H., Quedlinburg und auf dem Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg. Nach bestandener Abiturientenprüfung ein Semester Studium der Medizin auf der Universität Ber­lin, 1847 einjährig-freiwilliger Dienst im 2. Garde-Regi­ment z. F., blieb Offizier, nahm 1856 den Abschied und trat zur Staatsteuerverwaltung über. Während seiner amt­lichen Tätigkeit als Obergrenzkontrolleur in Stras­burg (Uckermark) und Danzig erkrankte er schwer und starb in Naumburg a. d. S., wo er beigesetzt ist. 

VI 8. Georg Gebhard 34. Wilhelm, Sohn von VI 2, geb. 8. 11. 1827 in Neugattersleben, gest. 26. 8. 1900 in Gör­kau in Böhmen, verh. 20. 2. 1865 in Prag mit Maria Magda­lena Barbara (Betty) Furtwängler (kath., geb. 23. 4. 1838 in Schlan in Böhmen, gest. 2. 1. 1920 in St. Pölten).Kinder dieser Ehe: VI 30, 32, 33.

Trat in österreichische Dienste und nahm im Regiment Graf Khevenhüller-Metzsch an den Kriegen 1864 und 1866 teil. Er mußte infolge einer schweren, bei König­grätz erlittenen Verwundung als Hauptmann den Ab­schied nehmen und wurde österreichischer Postmeister in Obergeorgenthal und später in Görkau in Böhmen. 

VI 9. Agnes, Tochter von VI 2, geb. 3. 5. 1829 in Neu­gattersleben, gest. 29. 4. 1900 in Berlin.Sie war Stiftsdame im Augusta-Stift in Köthen und lebte jahrzehntelang im verwandten Hause der Grafen Schu­lenburg in Emden und Berlin, mit dem sie bis zu ihrem Tode eng verbunden blieb. 

VI 10. Luise Karoline Wilhelmine Emma, Tochter von VI 2, geb. 1. 12. 1830 in Neugattersleben, gest. 16. 4. 1920 in Berlin.Lebte in Naumburg a. d. S. im Hause ihrer Mutter bis zu deren Tode, dann bei ihrer Schwester Hedwig (VI 20) in Weinheim, Auerbach an der Bergstraße, Kleinsantersle­ben und zuletzt in Berlin. 

VI 11. Klara, Tochter von VI 6, geb. 20. 3. 1832 in Neu­gattersleben, gest. 30. 10. 1910 in Naumburg a. d. S., verh. 12. 10. 1851 in Neugattersleben mit Alexander Ludwig Friedrich Gustav von Oertzen, Herrn auf Ossowoberg b. Bromberg, Landrat und Lantagsabgeord­neten, Rechtsrit­ter des Johanniterordens. Nach dem Aus­scheiden ihres Gatten aus dem Dienste lebte das Ehepaar in Berlin und später in Naumburg a. d. S., wo der Mann am 2. 8. 1900 verstarb. 

VI 12. Werner 10. Gebhard Louis, Sohn von VI 2, geb. 6. 6. 1832 in Wegeleben bei Halberstadt, gest. 29. 4. 1910 in Rodehlen, verh. 6. 10. 1859 in Berlin mit der Reichs­gräfin Adele v. Schwerin aus dem Hause Walsle­ben-Wildenhoff (geb. 27. 9. 1838 in Königsberg, gest. in Rodehlen 13. 10. 1887). Kinder dieser Ehe: VI 24, 26-29, 31, 39.

Werner 10. erhielt seine Erziehung im elterlichen Hause in Groß-Badegast und Aschersleben und trat im Jahre 1850 als Avantageur beim 2. Garde-Regiment ein; 1852 dort Leutnant, 1860 als Regimentsadjutant in das neugebildete 4. Garde-Regiment z. F. nach Spandau ver­setzt. Im Jahre 1862 nahm er den Abschied aus dem akti­ven Dienst und siedelte nach Rodehlen über, um die Verwaltung der Rittergüter Rodehlen und Dombehnen (Kreis Rastenburg, Ostpreußen, 600 Hektar) zu über­nehmen, die seine Frau bei ihrer Verheiratung von ihrer Pflegemutter, der aus ihren, von der Gräfin Amalie von Romberg herausgege­benen Lebenserinnerungen in weite­ren Kreisen bekannt gewordenen Gräfin Sophie Schwe­rin, geb. Gräfin Doen­hoff, als Mitgift erhalten hatte. Diese Güter fielen nach dem Tode seiner Frau, die am 13. 10. 1887 in Rodehlen starb, ihrem Gatten zu und wurden somit Alvensleben­sche Güter. Dombehnen ist im Jahre 1928 von seinem Sohn verkauft worden.

Werner, der 1865 im Beurlaubtenstand Hauptmann im 1. Garde-Landwehr-Regiment geworden war, machte den Feldzug 1866 beim Ersatzbataillon des 3. Garde-Land­wehr-Regiments in Danzig mit. 1870/71 beim 1. Garde-Landwehr-Regiment (Belagerung von Straßburg und Paris, Gefecht bei Marsilly), 1873 zum 3. Garde-Land­wehr-Regiment übergeführt, 1882 Abschied aus dem Heere mit Charakter als Major und Uniform des 1. Garde-Landwehr-Regiments.1867 Ehrenritter, 1889 Rechtsritter des Johanniterordens. 1894 Kammerherr S. M. des Kaisers und Königs. Er war Amtsvorsteher und Mitglied des Kreisausschusses. 

VI 13. Wilhelmine Anna, Tochter von VI 6, geb. 9. 6. 1833 in Neugattersleben, gest. 15.10.1916 in Barsikow, verh. 8. 10. 1852 mit Ernst Hans Kuno v. Platen, geb. in Wutike, 29. 1. 1827, Pre­mier­leutnant im 10. Hu­saren-Regiment in Aschersleben, Herrn auf Wutike in der Prignitz, wo er am 27. 9. 1901 als Rittmeister a. D. ge­storben ist. Die Witwe übersie­delte später von Wutike in das Haus ihres Schwieger­sohnes v. Kriegsheim nach Barsikow. 

VI 14. Auguste, Tochter von VI 2, geb. 2. 2. 1834 in Groß-Badegast bei Köthen, gest. 28. 9. 1838 in Aschers­leben. 

VI 15. Albertine Armgard, Tochter von VI 6, geb. 21. 12. 1834 in Neugattersleben, gest. 17. 4. 1920 in Bal­len­stedt.Sie war Besitzerin des Oberhofes in Ballenstedt, eines früher v. Stammerschen Adelssitzes, den sie wiederher­stellen ließ und der Familie v. Alvensleben vermachte mit der Bestimmung, daß er als Stift für unverheiratete weibliche Familienmitglieder erhalten werden solle. Sie ist in Ballenstedt beigesetzt. 

VI 16. Emma Albertine, Tochter von VI 2, geb. 3. 2. 1837 in Groß-Badegast bei Köthen, gest. 22. 11. 1914 in Blankenburg a. H.Sie lebte als Kind und junges Mädchen jahrelang im Kro­sigkschen Hause in Hohenerxleben, trat später in das Mutterhaus Bethanien in Berlin ein, war Dame des Lui­senordens, pflegte als Diakonis­sin in den Kriegen 1864, 1866, 1870/71, vertrat lange Zeit Mutterstelle an der verwaisten Veltheimschen Tochter in Kleinsantersleben bis zu deren Verheiratung, führte später das Haus ihres verwitweten Bruders (VI 12) in Badeleben und lebte zu­letzt in Blankenburg a. H. Sie ist in Naumburg beigesetzt. 

VI 17. Hedwig Helene, Tochter von VI 6, geb. 28. 8. 1838 in Neugattersleben, gest. 17. 3. 1914 in Naumburg a. d. S., verh. 8. 5. 1859 mit Gebhard Friedrich v. Kro­sigk aus dem Hause Hohenerxleben, Premierleut­nant im 10. Husaren-Regiment (gest. 29. 4. 1904 in Bi­schof­ferode b. Ellrich a. Harz als General der Kavallerie und Ritter des Schwarzen Adlerordens). Sie blieb als Witwe dort wohnen und zog später nach Naumburg a. d. S. 

VI 18. Ein am 20. 1. 1839 in Groß-Badegast totgeborener Sohn von VI 2. 

VI 19. Werner Ludwig Alvo, Sohn von VI 6, geb. 20. 7. 1840 in Neugattersleben, gest. 19. 2. 1929 in Neu­gat­tersleben, verh. 20. 7. 1871 in Harbke im Kreise Neu­hal­densleben mit Anna v. Veltheim aus dem Hause Ostrau-Harbke (geb. 20. 10 1853 in Ostrau, gest. 29. 9. 1897 in Neugattersleben).                Kinder dieser Ehe: VI 35, 38, 40, 42-45.

Werner Alvo besuchte das Gymnasium in Bernburg und die Forstakademie in Tharandt, trat bei der Mobil­machung 1859 in das Heer ein, mußte aber wegen Un­glücksfalles seinen Abschied nehmen. 1866 wieder ein­getreten, wurde er Reserveoffizier und nahm später abermals sei­nen Abschied. 1868 übergab ihm sein Vater das wirt­schaftlich außerordentlich schlecht dastehende Gut Neu­gattersleben in Pacht; nach dem Tode seines Vaters 1869 übernahm er es selbst und stiftete 1884 das Fideikommiß. Er war lebhaft um die Vergrößerung sei­nes Besitzes be­müht, übernahm die Zuckerfabrik in Neu­gattersleben, eröffnete ein Kalkwerk, vergrößerte die Wassermühle zu einer großen elektrischen Zentrale, die heute Schloß, Wirtschaft und die Dörfer Neugattersleben und Hohen­dorf mit Elektrizität versorgt; er richtete die Braunkoh­len­grube Luise-Hedwig durch neuzeitliche Ein­richtungen zu größerer Leistungsfähigkeit her und führte eine Reihe bedeutender wirtschaftlicher Bauten und Neu­anlagen aus. Er baute eine neue Kirche, das Hospital und den Kaiser-Wilhelm-Turm auf dem Weinberge. Dem Gedächtnis seiner Gemahlin dient das von ihm errichtete Annen-Stift. Das Schloß erfuhr durch ihn Erweiterungs- und Um­bauten; auch die Parkanlagen sind sein persönli­ches Werk. Das Ergebnis einer so vielseitigen und klugen Tä­tigkeit war, dass Neugattersleben sich schließlich als Mu­s­terwirtschaft in jeder Beziehung darstellte. Seinen Ver­diensten blieb die Anerkennung nicht versagt: Er wurde zum Kammerherrn und Schloßhauptmann von Quedlin­burg ernannt, erhielt 1913 den Titel Exzellenz und wurde am Krönungstage 1901 in den Grafenstand erhoben. Er ist Kirchenpatron von Hohendorf-Neugat­tersleben, Löb­nitz und Brumby. Kaiser Wilhelm II. war ein häufiger Gast in seinem Hause und errichtete dem Andenken sei­ner Gemahlin ein Denkmal, bei dessen Ent­hüllung er persönlich zugegen war. Der Graf war passio­nierter und erstklassiger Jäger und als Viererzugfahrer weltbekannt. Er war Rechtsritter des Johanniterordens und besaß ne­ben zahlreichen anderen Auszeichnungen den Stern zum Roten Adlerorden II. Klasse. Seines hohen Alters wegen hat er das Amt als Senior der Familie nie­derlegen müssen und übergab die Verwaltung seiner Güter seinem Sohne Bodo. Er lebte seit 1919 in Baden-Baden, später wieder in Neugattersleben. Beigesetzt in Neugattersleben. 

VI 20. Hedwig Friederike Anna, Tochter von VI 2, geb. 16. 9. 1841 in Aschersleben, gest. 17. 8. 1928 in Rodeh­len und daselbst beigesetzt, verh. 26. 6. 1866 in Naum­burg mit Albert Billroth, Prediger an der Ma­ria-Mag­dalenen-Kirche in Naumburg (gest. 4. 3. 1870).

Sie verlebte ihre Jugend in Aschersleben, übersiedelte nach dem Tode ihres Vaters mit der Mutter nach Naum­burg. Die Sorge für die Gesundheit ihres Sohnes veran­laßte sie, später nach Weinheim, sodann nach Auerbach a. d. Bergstraße zu ziehen. Später kehrte sie nach Nord­deutschland zurück, wo sie an verschiedenen Orten, län­gere Zeit in Berlin und Blankenburg a. H., wohnte; 1923 zog sie nach Rodehlen in das Haus ihres Neffen (VI 26). 

VI 21. Gebhard Georg Louis 2., Sohn von VI 6, geb. 2. 6. 1844 in Neugattersleben, gest. 25. 1. 1923 in Berlin-Schöneberg, verh. I) 28. 7. 1870 in Eldagsen mit Mat­hilde Luise Große (aus Eldagsen in Hannover, gest. 23. 11. 1885 in Greifswald) und II) 26. 12. 1886 in Groß­dorf mit Helene verw. Freifrau von Brandt, geb. Blo­che (geb. 7. 3. 1857 in Großdorf b. Unruhstadt) ........Kinder erster Ehe: VI 34, 36, 37, 41; zweiter Ehe: VI 49. 

Er machte als Leutnant beim 10. Husaren-Regiment den Feldzug 1866, beim 79. Infanterie-Regiment den Krieg 1870/71 mit und nahm 1879 als Oberleutnant seinen Ab­schied. Er wurde zunächst Kammerherr des Herzogs von Anhalt in Dessau. Nach vorübergehenden Aufenthalten in Pommern und Schlesien usw. ließ er sich in Goslar und zuletzt in Berlin-Schöneberg nieder. 

VI 22. Hermann 5. Georg (Richter), natürlicher und Ad­optivsohn von VI 15, geb. 12. 11. 1848 in Schöne­beck, verh. mit Elisabeth Schill. Er wurde von König Friedrich Wilhelm IV. 1848 unter dem Namen v. Alvensleben in den Adelsstand erhoben, war nicht im Lehensverbande, ist nach Amerika ausge­wandert und dort verschollen. 

VI 23. Albrecht Joachim August Udo 9., Sohn von VI 7, geb. 19. 11. 1858 in Strasburg i. d. Uckermark, verh. 29. 4. 1890 mit Elisabeth Auguste (Lilly) Löbnitz (geb. 5. 3. 1868 in Krefeld).   Die Ehe ist kinderlos. Ad­optiv­sohn: Albrecht (Tito) XV 21867-72

Domgymnasium Naumburg, dann Landesschule Pforta. Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Greifswald, München und Berlin; Referendarexamen im Juni 1882, Referendardienst in Kelbra und Halle a. d. S., später in Naumburg a. d. S.; 1887 große juristische Staatsprüfung, bis Februar 1888 beim Amtsgericht in Kölleda. Auf seinen Wunsch trat er dann zur preußischen Staatseisenbahnverwaltung über, wurde bei der Eisen­bahndirektion in Elberfeld ausgebildet und bei den Ei­senbahnbetriebsämtern in Düsseldorf und Erfurt beschäf­tigt. 1. 10. 1890 übertritt in die Direktion der Lübeck-Büchener Eisenbahngesellschaft in Lübeck; Ende 1909 Vorsitzender dieser Direktion, dann Generaldirektor der Gesellschaft, 1924 auf seinen Wunsch in den Ruhestand versetzt; lebte in Dresden-Weißer Hirsch. Er starb zu­sammen mit seiner Frau am 9. 5. 1945 beim Einmarsch der Russen. 

VI 24. Armgard Sophie Jenny Luise, Tochter von VI 12, geb. 29. 7. 1860 in Berlin, gest. 2. 5. 1879 in Wilden­hoff, wo sie zur Hochzeit ihrer Cousine, Gräfin Schwe­rin, weilte, an Diphtheritis. 

VI 25. Elisabeth Luise Wilhelmine Emilie, Tochter von VI 7, geb. 21. 9. 1861 in Naumburg a. d. S. Lebte zuerst im Hause ihrer Mutter in Naumburg, seit 1909 in Weimar in Gemeinschaft mit Fräulein Margarete v. Kropff, deren Großmutter eine geborene v. Alvensle­ben aus dem Hause Schochwitz war................. 

VI 26. Werner 16. Udo Gebhard Otto, Sohn von VI 12, geb. 16. 1. 1862 in Spandau, gest. 12. 12. 1937 in Lich­terfelde, verh. 6. 11. 1892 in Neuhaldensleben mit Clara Elisabeth v. Alvensleben aus dem Hause Erxleben I (siehe II 14).                Kinder dieser Ehe: VI 46, 47, 48, 50.

Kadettenkorps; 1881 Sekondeleutnant, 1894 Hauptmann, 1906 Major im 3. Garde-Regiment z. F. in Berlin, wurde 1908 Bataillons-Kommandeur der Hauptkadettenanstalt Lichterfelde, nahm 1910 nach dem Tode seines Vaters den Abschied und siedelte nach seinem Gute Rodehlen über; er ist Ehrenritter des Johanniterordens ................... 

VI 27. Sophie Amalie Marie, Tochter von VI 12, geb. 23. 11. 1863 in Rodehlen, gest. 27. 4. 1865 in Berlin. 

VI 28. Gebhard 39. Anton, Sohn von VI 12, geb. 14. 12. 1964 in Berlin, gest. 17. 4. 1930 in Tegernsee, verh. 18. 2. 1901 mit Anica Luise Marie Lindpaintner (geb. 7. 4. 1880 in Landshut in Bayern, kath.)                Kinder dieser Ehe: VI 51, 52, 54.

Trat in das 3. Garde-Regiment z. F. ein und nahm als Major seinen Abschied. Er wohnte zunächst in Berlin und siedelte dann nach Tegernsee in Bayern über. Im Kriege 1914-18 tat er in einer Landsturmformation Dienst. .................................. 

VI 29. Joachim 8. Otto Friedrich Botho, Sohn von VI 12, geb. 17. 12. 1865 in Rodehlen, gest. 20. 9. 1903 in Gostilitzky in Rußland.

Er diente beim Garde-Füsilier-Regiment in Berlin, nahm krankheitshalber den Abschied und starb als Hauptmann a. D. bei einem Freunde auf dessen Besitzung in Ruß­land. 

VI 30. Gebhard Kasimir Wilhelm, kath., Sohn von VI 8., geb. 14. 4. 1866 in Altona, gest. 26.11.1866. 

VI 31. Udo 10. Achatz, Sohn von VI 12, geb. 3. 12. 1867 in Rodehlen, gest. 30. 5. 1915 in Buenos Aires. Er war zunächst Leutnant im Leib-Grenadier-Regiment Nr. 8, dann im 1. Jäger-Bataillon. Er nahm den Abschied, wanderte nach Südamerika aus, wurde dort Farmer, und zwar 1906 in Santa Fé, 1912 in Saliqueto in Argentinien. 

VI 32. Luise Barbara Maria-Theresia, kath., Tochter von VI 8, geb. 6. 11. 1867 in Pilsen, gest. 29. 4. 1928 in Rifenal bei Zams (Tirol), verh. I) 28. 9. 1895 in Görkau mit Friedrich Kundmann, Oberstleutnant im Dra­goner-Regiment Nr. 8 (gest. 3. 7. 1903), II) 24. 5. 1909 in Kremsier mit Franz Oppolzer, K. K. Oberstleutnant (gest. 15. 4. 1923 in Schwaz, Tirol). Nach dem Tode ihres zweiten Mannes lebte sie eine Zeitlang in Schwaz, dann bei ihrem Sohne erster Ehe in Rifenal bei Zams in Tirol. Sie wurde in Schwaz beige­setzt. 

VI 33. Udo 12. Kasimir, kath., Sohn von VI 8, geb. 2. 6. 1869 in Pilsen (Böhmen), gest. 14. 2. 1942 in St. Pölten,  verh. 21. 12. 1899 in Wiener Neustadt mit Sidonie Barbara Kremsner (geb. 2. 5. 1877 in Wiener Neu­stadt, gest. 21. 12. 1930 in St. Pölten).                Die Ehe ist kinderlos.

Verlebte seine Kinderjahre in Pilsen, Obergeorgenthal und Görkau, besuchte das Gymnasium in Komotau und die Militärakademie in Wiener Neustadt. 1891 Leutnant im K. K. Feldjäger-Bataillon 25. Aus Gesundheitsrück­sichten zum militärischen Lehrerberuf übergetreten; 1895 Oberleutnant, 1904 Hauptmann, 1914 Major, 1917 Oberleutnant. Im Weltkriege beim Heeresgruppenkom­mando des Generalobersten Erzherzog Eugen, nach Be­endigung seiner Fronttätigkeit wirkte er weiter als militä­rischer Lehrer. Er lebte als Oberst a. D. in St. Pölten bei Wien  

VI 34. Louis Werner Gebhard 41., Sohn von VI 21 aus erster Ehe, geb. 6. 11. 1871 in Hannover, verh. 15. 5. 1904 in Mückenhein (Oberlausitz) mit Dora v. Lucke (geb. 3. 3. 1875 in Mückenhein, Tochter des Landwirtschaftsdirektors Hans v Lucke).                Kinder dieser Ehe: VI 53 und 55

Gymnasium in Dessau und Potsdam, Kadettenanstalt Plön und Lichterfelde, 1892 Leutnant im Jäger-Bataillon Nr. 3, wo er auch Oberleutnant, 1908 Hauptmann, 1909 Kompaniechef wird. 1913 Abschied bewilligt. 1914 nach Zurverfügungstellung Kommandeur einer Staffel beim Schlesischen Landwehr-Korps, später Führer eines Landwehr-Bataillons, 1915 Major und Kommandeur ei­nes Feldrekrutendepots;  1917 erst Kommandant einer mobilen Etappenkommandantur in Litauen, später Kom­mandeur der neu aufgestellten Nachrichten-Ersatzabtei­lung Nr. 5. In Galizien zog er sich einen Bruch des Fuß­gelenkes zu. 1917 erwarb er das Rittergut Nißmenau (Kreis Sorau), das er 1924 wieder verkaufte. .................. 

VI 35. Alvo Joachim 9. Werner Ludwig, Sohn von VI 19, geb. 10. 6. 1872 in Neugattersleben, gest. 6. 8. 1914 beim Sturm auf Lüttich, verh. 4. 4. 1913 mit Armgard v. Knebel-Döberitz (geb. 13. 1. 1893 in Fried­richsdorf, Kreis Dramburg), in Neugattersleben beige­setzt.                Tochter aus dieser Ehe: VI 64.

Verlebte seine Kindheit in Neugattersleben und wurde dann Offizier, zunächst beim 6. Kürassier-Regiment, später beim 7. Jäger-Bataillon. Nach Abschied aus dem Heeresdienst 1899 lebte er erst als Farmer in Zentralame­rika, seit 1910 als Kaufmann in London und kehrte 1912 nach Neugattersleben zurück. 1913 pachtete er die an­haltische Domäne Lietzo bei Lindau. Er zog als Leutnant d. R. beim 7. Jäger-Bataillon in den Krieg. Seit 1912 war er Ehrenritter des Johanniterordens. Ein Denkmal für ihn und seinen Bruder Alvo (VI 44) befindet sich auf dem Kirchhofe in Hohendorf. Seine Witwe „Aja“ war später Äbtissin in Heiligengrabe und nach dem 2. Weltkrieg Leiterin der ev. Bahnhofsmission. Sie war Trägerin des Großen Bundesverdienstkreuzes. 

VI 36. Agnes Mathilde Armgard Martha Anna Marga­re­the, Tochter von VI 21 aus erster Ehe, geb. 29. 4. 1873 in Hildesheim, gest. 7. 7. 1944 in Dresden. Sie war unvermählt.1899 bis 1905 Johanniterschwester und Schwester im Diakonissenhause in Bethanien in Berlin, von wo sie krankheitshalber ausschied. 1908 Hofdame bei der Her­zogin von Sachsen-Altenburg; 1913 Staatsdame und 1914 Oberhofmeisterin. Sie betätigte sich lebhaft in der Fürsorgetätigkeit während des Weltkrieges und erhielt als Anerkennung für ihre Dienste eine Reihe namhafter Aus­zeichnungen. Nach der Revolution siedelte sie mit der Herzogin von Altenburg nach Ballenstedt über, von wo sie nach Niederlegung ihres Hofamtes nach Hannover verzogen ist. ................. 

VI 37. Werner Waldemar Emil Udo 13., Sohn von VI 21 aus erster Ehe, geb. 8. 6. 1875 in Hildesheim, gest. 30. 10. 1914 beim Sturm auf Vailly, verh. 2. 2. 1909 mit Ella Hitze (geb. 5. 7. 1875 in Frauendorf, Kreis Kott­bus, Tochter des Rittergutbesitzers Franz Hitze, daselbst, gest. Mai 1921 in Berlin, auf dem dortigen Dreifaltig­keits-Kirchhofe neben ihrem Gatten beerdigt). Die Ehe war kinderlos.

Kadettenanstalten in Plön, Wahlstatt und Lichterfelde. 1895 Leutnant, 1905 Oberleutnant im Garde-Schützen-Bataillon, später im Infanterie-Regiment Nr. 132 in Straßburg; 1912 Hauptmann und auf persönlichen Befehl S. M. des Kaisers ins Infanterie-Regiment von Alvensle­ben Nr. 52 versetzt. 1914 rückt er mit dem aktiven Regi­ment ins Feld und zeichnet sich bei den Vormarschkämp­fen in Frankreich besonders aus. Auch während der be­ginnenden Stellungskämpfe an der Aisne fand er wieder­holt Gelegenheit, seine besondere Eignung als Führer zu zeigen. Er fiel bei einem Sturmangriff auf das Schloß Vauxelles an der Spitze seiner Kompagnie. Seine irdi­schen Reste liegen jetzt in dem Berliner Erbbegräbnis der Familie Hitze. Udo war über seine militärischen Qualitäten hinaus durch besondere menschliche Vorzüge ausgezeichnet. Seine künstlerischen Neigungen galten der Federzeichnung und dem Klavierspiel. In beiden Künsten überschritt er in beachtlicher Weise das Maß des durchschnittlichen Lieb­habers. 

VI 38. Werner 17. Ulrich, Sohn von VI 19, geb. 4. 7. 1875 in Neugattersleben, gest. 30. 6. 1947 in Bremen, verh. 31. 7. 1909 mit Alexandra Gräfin v. Einsie­del (geb. 19. 4. 1888 in Dresden, gest. 5. 11. 1947 in Lu­zern).                Kinder dieser Ehe: VI 57, 59, 61, 66.

Er studierte einige Jahre Jura, war dann Leutnant im In­fanterie-Regiment Nr. 24 und besuchte 1905/06 die Kriegsakademie. Er schied dann aus dem Heeresdienste, lebte zunächst in Neugattersleben und widmete sich von 1909 an dem kaufmännischen Berufe. Im Weltkriege zeichnete er sich wiederholt aus, so daß er bereits am 3. 9. 1914 das Eiserne Kreuz erhielt. Er tat dann Dienst als Ordonnanzoffizier beim Stabe der Heeresgruppe Gall­witz. Zurzeit lebt er in Berlin W, Keithstraße 2 ............................................ 

VI 39. Elisabeth Margarethe, Tochter von VI 12, geb. 15. 4. 1876 in Rodehlen, gest. 24. 8. 1917 in Wensöwen (Ostpreußen), verh. 26. 11. 1910 mit Gerhard Richard Axel v. der Herberg, Rittergutsbesitzer auf Kotz­argen, später auf Wensöwen. 

VI 40. Anna Lisette Wally Armgard, Tochter von VI 19, geb. 5. 10. 1876 in Neugattersleben, gest. 8. 11. 1961 in Bothkamp, Holstein,  verh. 18. 12. 1903 in Neugat­tersleben mit Iwan v. Radowitz, (geb. Berlin 8. 11. 1877, gest. Tegernsee, 6.8.1947);  Major a. D., frü­her im Garde-Schützen-Bataillon. Sie wohnte 1930 in Ber­lin W, Bayreuther Straße 43.  ........... 

VI 41. Ludolf Ernst Werner 18., Sohn von VI 21 aus erster Ehe, geb. 28. 7. 1878 in Hildesheim, gest. Berlin 12. 4. 1964, verh. 14. 6. 1920 in Berlin-Schöneberg mit Irmgard Pohlenk (geb. 11. 3. 1888 in Gugelwitz in Schle­sien, gest. Berlin 14. 3. 1951, Tochter des verstor­benen Rit­tergutbesitzers Otto Pohlenk und dessen Ge­mahlin Anna, geb. Kiesler).

Kadettenanstalten Wahlstatt und Lichterfelde. Wurde 1899 mit dem Patent als Leutnant im Infanterie-Regiment Nr. 76 zur Reserve beurlaubt und widmete sich zunächst der Landwirtschaft, später dem kaufmännischen Berufe. Im Weltkriege wurde er bereits im November 1914 als dauernd dienstuntauglich entlassen und war zeitweise bei der Reichsgetreidestelle beschäftigt. Er wohnte 1930 in Berlin-Schöneberg, nach dem 2. Weltkriege in Berlin-Charlottenburg, Carmerstr. 14 b  .................................... 

VI 42 Gustav Constantin 3. (Gustin), Sohn von VI 19, geb. 25. 7. 1879 in Neugattersleben, gest. 22. 10. 1965 in Seattle, Wash., USA, verh. 2. 4. 1909 in Van­couver (Ka­nada) mit Edith Mary Westcott (geb. 29. 4. 1878 in Whitby, Ontario, Kanada).                Kinder dieser Ehe: VI 56, 58, 63.

Er war zunächst Leutnant im Infanterie-Regiment Nr. 53 und im Jäger-Bataillon Nr. 3, schied dann aus dem Hee­resdienst und machte sich in Kanada seßhaft, er lebt jetzt in Seattle, Wash., Nordamerika   ....................................... 

VI 43. Hans Bodo 2., Sohn von VI 19, geb. 18. 10 1882 in Neugattersleben, gest. 3.10.1961 in Frankfurt a. M.,, verh. I ) 15. 8. 1912 in Tatenhausen mit Ada Gräfin v. Korff genannt Schmising, Tochter des Grafen Maximilian Korff-Schmising und desssen Ehe­frau Anto­nie, geb. Reichsgräfin Wolff-Metternich (geb. 20. 9. 1878 in Münster in Westfalen, kath., gest. 13. 6. 1924 in Neugattersleben), II) 1. 9. 1926 in Berlin mit Marie-Josefine v. Blücher, geb. 24. 3. 1891 in Potsdam, Tochter des Rittmeisters im Leib-Garde-Husaren-Regi­ment Conrad v. Blücher und seiner Ehefrau Virginie, geb. Freiin v. Beaulieu-Marconnay, wieder vermählt mit dem General der Kavallerie Hans v. Boehn. Kinder erster Ehe: VI 62, 65, 67, (zweiter Ehe: Alvo 10.)

Gymnasium in Kassel und Dillenburg, Studium der Rechte in Bonn (Corps Borussia) und Halle und 1904/05 Einjähriger bei den Kürassieren in Münster. 1908/09 praktische Ausbildung in der Landwirtschaft in Winnin­gen, 1909/10 in Neugattersleben. Von 1910 bis 1914 als Kaufmann in Victoria in Canada tätig. Bei Kriegsaus­bruch gelingt es ihm, ohne Paß und Ausweis, auf einem italienischen Schiff der englischen Kontrolle zu entgehen und die Heimat zu erreichen. Er kämpfte im 4. Kürassier-Regiment zunächst in Frankreich, dann in Rußland und war später Kompagnieführer im Reserve-Infanterie-Regi­ment Nr. 250, am 22. 7. 1915 gelang es ihm, mit einer acht Mann starken Patrouille eine russische Kompagnie von einhundertachtundzwanzig Mann gefangenzuneh­men; im Frühjahr 1916 mußte er krankheitshalber in die Heimat zurückkehren und übernahm die Führung einer MG.-Eskadron in Potsdam. Bei Ausbruch der Revolution war ihm der Schutz der Kaiserin und der Prinzen und Prinzessinnen im Neuen Palais in Potsdam anvertraut. 1919 übernahm er von seinem Vater das Rittergut Neu­gattersleben in Pachtung und, von ihm als Fideikommiß­nachfolger berufen, hat er es seit 1929 in Besitz. Bodo ist politisch stark interessiert; so ist er Gründer des Deut­schen Herrenclubs Berlin, ferner Vorsitzender des Be­zirkslandbundes Magdeburg, auch Landesführer des Stahlhelms Gau Magdeburg. .......................................... 

VI 44. Alvo 3. Franz, Sohn von VI 19, geb. 25. 5. 1884 in Neugattersleben, gest. 6. 12. 1914 in Allenstein, verh. 6. 6. 1911 in Berlin mit Severa Gräfin v. Bre­dow (geb. 5. 11. 1892 in Hannover, wiederverh. 31. 1. 1924 mit Feodor v. Heydebrand und der Lasa, Dammer, Kreis Namslau).                Kind dieser Ehe: VI 60.

Er trat 1898 ins Kadettenkorps ein und wurde 1905 Leut­nant im Kürassier-Regiment Königin; 1911 bis 1913 Mi­litärreitinstitut Hannover. 1914 Oberleutnant und Ordon­nanzoffizier beim Stabe der 3. Kavallerie-Brigade, später Führer der 2. Eskadron seines Regiments. Er erlag einer im Gefechte bei Siebenberg (Kreis Ortelsburg, Ostpreu­ßen) erhaltenen schweren Verwundung noch am selben Tage. Ein Denkmal an der Kirche in Hohendorf ehrt sein Andenken. 

VI 45. Wilhelmine Viktoria, Tochter von VI 19, geb. 15. 10. 1889 in Neugattersleben, gest. 7. 1. 1963 in Starnberg, verh. 20. 12. 1920 mit Al­bert Meyer-Thalhoff, Schriftsteller; geschieden im Juni 1944. Patenkind Kaiser Wilhelms II. Inhaberin der Rettungs­medaille und der Roten-Kreuz-Medaille III. Klasse, wohnte in Starnberg b. München, beigesetzt daselbst, führte nach der Scheidung wieder den Namen v. Alvens­leben ............... 

VI 46. Ferdinand 3. Werner Friedrich Constantin, Sohn von VI 26, geb. 16. 8. 1893 in Neuhaldensleben, gest. 29. 10. 1943 in Rastenburg, Ostpreußen, verh. 27. 5. 1922 mit Elisabeth v. Heyden-Linden (geb. 29. 8. 1889 in Stretense, Krs. Anklam, gest. Hardenberg 2. 10. 1969, Tochter des Rittmeisters Carl v. Heyden-Linden auf Stretense und der Clara geb. v. Cranach auf Megow in Pom.).                Kinder dieser Ehe: VI 68, 69, 70.

Leibniz-Gymnasium in Berlin und Kadettenanstalten Potsdam und Lichterfelde, dann Leutnant im Grenadier-Regiment Nr. 1. In der Schlacht bei Tannenberg Zugfüh­rer bei der 10. Kompagnie seines Regiments; im Septem­ber und Dezember 1914 zweimal schwer verwundet. 1916 Ordonnanzoffizier bei Militärmission in Konstanti­nopel, 1917 wieder bei seinem Regiment als Bataillons­adjutant, seit August 1918 als Regimentsadjutant. Früh­jahr 1919 verabschiedet und in der Landwirtschaft in Rodehlen tätig. ........................... 

VI 47. Anneliese (genannt Mizchen) Adele Klara, Tochter von VI 26, gest. 22. 3. 1978 in Weende bei Göt­tingen, Zwillingsschwester von VI 46, geb. 16. 8. 1893 in Neuhaldensleben, wohnte in Rodehlen. ........................ 

VI 48. Joachim 10. Werner Friedrich Hans, Sohn von VI 26, geb. 27. 10. 1894 in Berlin, gef 10. 12. 1914 bei Willuh­nen (Ostpreußen).Trat als Fahnenjunker in ein Reiter-Regiment ein und fiel auf einem Patrouillenritt. 

VI 49. Dorothea Wilhelmine Armgard, Tochter von VI 21 aus zweiter Ehe, geb. 27. 1. 1896 in Berlin, gest. 24.6.1984 verh. 14. 2. 1926 in Swakopmund  mit Geb­hard v. Funcke, (geb. 11.9.1898 in Berlin, gest. 15. 7. 1974 in Windhuk, Farmer, Kgl. preuß. Leutnant a. D.) wohnte Farm Okasjeruse bei Gobabis, Südwestafrika. ........................ 

VI 50. Margarete Armgard Elisabeth, Tochter von VI 26, geb. 8. 4. 1899 in Berlin, gest. Weende 11.2.1976 verh. 11. 9. 1920 in Rodehlen mit Helmuth Frei­herrn v. Tiele, (geb. in Obernigk 13. 10. 1891, gest. Hamburg, 28. 1. 1965); Hauptmann a. D., Päch­ter auf Groß-Bogsack b. Döhnhofstädt, Ostpreußen; die Familie wohnte seit Sommer 1928 in Moschen i. Schles. ................................................. 

VI 51. Sophie Eleonore Luise Aline Marie Elisa­beth, Tochter von VI 28, geb. 4. 12. 1901 in Berlin, gest. 3. 7. 1985 in Tegernsee, verh. 27. 9. 1928 in Tegernsee mit Aberdar Graf v. Seckendorf (geb. Ober­zenn 6. 7. 1896, gest. 30. 9. 1969, gesch. Fürth 21. 11. 1952)  auf Oberzenn in Franken.  .............. 

VI 52. Alvo 4. Joachim Paul Udo Theophil Luitpold, Sohn von VI 28, geb, 15. 8. 1904 in Tegernsee, gest. 23. 4. 1985 in Tegernsee, wohnte 1930 in Berlin. ................. 

VI 53. Marianne Luise Hannah Margarete Dora, Tochter von VI 34, geb. 21. 2. 1905 in Lübben, gest. 1999/2000, verh. 22. 1. 1927 in Berlin mit Botho-Wigand v. Knoblauch, (geb. Buschow 20. 11. 1878, gest. Heiligenzell 17. 8. 1964), Herrn auf Buschow usw., wohnte 1930 in Möthlitz, Kreis Jerichow II.    .................. 

VI 54. Mafalda Adele Beatrice Oly Marie, Tochter von VI 28, geb. 2. 12. 1908 in Berlin, gest. 13. 3. 1948 in Obernzenn. .................................. 

VI 55. Hans Gebhard Alvo 5., Sohn von VI 34, geb. 4. 1. 1909 in Lübben, gest. 4. 3. 1964 in Ulm, wohnte 1930 bei seinen Eltern. ............................................. 

VI 56. Margaret Armgard Annchen, Tochter von VI 42, geb. 21. 9. 1909 in Vancouver. .............................. 

VI 57. Anna Alexandra, Tochter von VI 38, geb. 27. 9. 1910 in Berlin, gest. im April 1968, verh. I) 5. 6. 1934 mit Wilhelm Roloff, (ein Sohn Michael Roloff geb. 19. 12. 1937), geschieden,  II) New York mit Richard Henry Weber, Oberstleutnant der US Army, .......... .............. 

VI 58. Albrecht Konstantin Alvo Gero 1., Sohn von VI 42, geb. 8.10.1910 in Kerrisdale i. Britisch-Nordamerika, lebt 2002 in Kalifornien. .......................... 

VI 59. Anna Karoline Harriet Armgard, Tochter von VI 38, geb. 25. 8. 1911 in Berlin, wohnte 1930 bei ihren Eltern., lebt 2003 in Hamburg, Verfasserin des Bu­ches "Abgehoben" (1998?) unter dem Namen Annali v.Alvensleben ........................................ 

VI 60. Severa Anna Elisabeth Agnes, Tochter von VI 44, geb. 10. 6. 1912 in Hannover, wohnte 1930  bei ihrer Mutter., lebt 2003 in Wachtberg-Berkum ......................... 

VI 61. Konstantin Bodo Alvo Werner 21., Sohn von VI 38, geb. 23. 4. 1913  in Berlin, gest. 23.10.1998 in Lissa­bon, wohnte 1930 bei seinen Eltern. ...................... 

VI 62. Anna Therese, Tochter von VI 43, kath., geb. 22. 5. 1913 in Victoria in Britisch-Nordamerika, gest. 18. 3. 1997 in Sassenberg, wohnte 1930 in Neugattersleben. ............. 

VI 63. Bodo Gebhard Alvo 6., Sohn von VI 42, geb. 16. 7. 1913 in Kerrisdale, Britisch-Nordamerika, gest. 27. 2. 1988. .................. 

VI 64. Anna, Tochter von VI 35, geb. 24. 2. 1914 in Lichterfelde, gest. 19. 6. 1984 in Kronberg, Taunus, wohnte 1930 bei ihrer Mutter. .................. 

VI 65. Elisabeth Mathilde Ada, Tochter von VI 43, kath., geb. 15. 6. 1914 in Victoria, Britisch-Nordamerika, gest. 10. 1. 1990 in Losheim, Saar, wohnte 1930 in Neu­gattersleben. ............................................ 

VI 66. Maria Harriet, Tochter von VI 38, geb. 27. 8. 1917 in Berlin, gest. 15. 10. 1974, wohnte 1930 bei ihren Eltern. ......................... 

VI 67. Maria Antonia Josepha, Tochter von VI 43, kath., geb. 14. 3. 1918 in Potsdam, gest. 16. 12. 1984 in Berchtesgaden, wohnte 1930 in Neugatters­leben. ........... 

VI 68. Adelheid Klara Elisabeth, Tochter von VI 46, geb. 15. 3. 1924 in Megow in Pom., lebt 2003 in Nörten-Hardenberg ............................... 

VI 69. Udo 19. Werner Ferdinand, Sohn von VI 46, geb. 29.11. 1925 in Rodehlen. ............................................. 

VI 70. Agathe Ferdinande, Tochter von VI 46, geb. 1. 3. 1928 in Rodehlen, gest. 17. 8. 1928 in Königsberg. i. Pr.