Schwanenorden

Kurfürst Friedrich II. mit SchwanenordenKurfürst Friedrich II. von Brandenburg (1440-1470) stiftete bei seinem Regierungsantritt den sogenannten Schwanenorden. Er sollte durch sein Statut dazu dienen, die Mitglieder religiös und sittlich zu heben, damit sie für die übrigen Edelleute und Edelfrauen Vorbilder seien. Die Mitglieder erhielten einen Orden, der an einer Kette getragen wurde, deren Glieder Herzen wie ein "Marterwerkzeug" umgaben. Die Stiftungsurkunde von 1440 findet sich bei Riedel, Codex diplomaticus Brandenburgensis III, 1 Nr. 148. Auszüge aus der Stiftungsurkunde:  

In diesem Orden sollen mit Uns 30 Personen sein, die echt und recht und zu Helm und Schild geboren sind, und sieben Frauen. Wir und die sollen geloben und halten, dass sie alle Tage zu Ehre und Lob unserer lieben Frauen mit Innigkeit und Andacht sieben Paternoster und sieben Ave Maria beten und dafür 7 Pfennige den armen Leuten geben, an allen Abenden vor ihren Festen, wie sie jährlich in der heiligen Kirche begangen werden, fasten und die Feste mit großer Würdigkeit begehen wollen. Kein Ehebrecher oder offenbar Unkeuscher darf in ihm sein, denn die keusche Mutter ist wohl keuscher Diener würdig. Auch kein Verräter oder gewalttätiger Räuber soll in ihm sein, denn solche Bosheit und Gewalt gehört nicht zu ihrem Dienste. Wer dem Orden angehört oder angehören wird, der soll vorsätzlich nicht zu viel trinken, denn davon kommt viel Sünde und Bosheit, und der kann seine Sünde nicht betrachten, der sich selbst nicht kennt. Ein jeder soll auch seinem Mitgesellen getreulich helfen und beistehen, denn zu diesem Orden gehört es wohl, dass die gegeneinander in Treue handeln, die sich treuesten Dienste mehr als andere Leute verpflichten. 

Mitglieder des Schwanenordens aus der Familie v. Alvensleben waren:

  • Werner II. auf Gardelegen (urk. 1429-1472)
  • seine Frau Elisabeth v. d. Schulenburg
  • Busso VII. auf Calbe (1441-1495), Obermarschall und Landeshauptmann
  • Ludolf IV. auf Calbe und Hundisburg (urk. 1441- +1476), kurf. brand. Rat
  • seine Frau Anna v. Bülow.
Literatur
  • Rudolf Graf Stillfried: Der Schwanenorden, sein Ursprung und Zweck, seine Geschichte und Altertümer, 2. Auflage, Halle 1845.
  • Friedrich Streng: Die Ordenskette des Schwanenordens zu Brandenburg und Ansbach. Stuttgart 1988, 50 S. (auch veröffentlicht in BDOS-Jahrbuch 2004) - Inhaltsverzeichnis
  • Peter Achtmann: Im Zeichen des Schwans. in: Ritterorden und Ordensritter in der Mark Brandenburg. Berlin 1995
  • Klaus H. Feder: Die Ordenskette des Schwanenordens, in Bayern&Preußen, Ausstellungskatalog. Augsburg 1999 
  • Schwanenorden bei wikipedia