Das Edelmannsgrab in Rogätz

Auf dem Verbindungsweg zwischen Laub- und Dornweg in der Gemarkung Rogätz liegen am „Langen Drieben“ der Fuchsberg und der Begräbnisberg. Auf dem letzteren befand sich ein Denkmal mit der Inschrift des hier begrabenen Edelmanns Udo v. Alvensleben – 7. Februar 1807. Eine „seltsame“ Geschichte hat sich um das Grab gesponnen: Der Edelmann war sehr beliebt. Öfter veranstaltete er größere Jagden, nicht zu Fuß, sondern zu Pferde mit Windhunden. Die Reitbahn war der Weg hauptsächlich am Elsteich entlang nach Friedrichshöhe zu. Sein Reitknecht Barnbeck, ein wilder Reiter, begleitete ihn. Aus unbekannten Gründen, man sagt Spielschulden, erschoss sich plötzlich der Edelmann. Seinem Wunsch gemäß wurde er in voller Edelmannstracht mit goldenen Sporen an großen Reiterstiefeln von Gutsarbeitern in einem Gewölbe auf dem Begräbnisplatz beigesetzt. 

Nach einigen Jahren ging ein Knecht namens Michels, Blindenfriedrich genannt, weil er ein Gespann blinder Pferde führte, die Wette ein, in der Nacht aus dem Edelmannsgrab einen Sporn zu holen zum Zeichen, dass er nicht gruselig sei. Er tat es, riss aber der Leiche ein Bein aus. Der Dorfdiener stellte ihn dem Gericht. Wegen Leichenschändung wurde Michels mit Gefängnis bestraft. Nach Verbüßung der Strafe ging er in den Wald, um Besenreisig zu holen, kam aber nicht mehr zurück und blieb verschollen. 

Quelle: Willy Schulze: Aus vergangenen Tagen des Dorfes Rogätz an der Elbe. Wolmirstedt 1910. 

Rogätzer Ritter- und Spukgeschichten

  • In einem Gasthof in Rogätz soll ein Ritter begraben liegen. Als eine weiße Gestalt soll er nachts rufen: „Rogätz ist mein gewesen, Rogätz soll auch mein wieder werden!“
  • In dem unterirdischen Gang zwischen Turm und Kapellberg soll ein Raubritter begraben sein. Wegen seiner Räubereien findet er im Grab keine Ruhe und muß „umgehen“.
  • In dem alten Schloss befand sich nach der Elbe hinaus gelegen ein Zimmer, genannt die blaue Stube. Dort soll sich vor vielen Jahren ein Offizier erschossen haben. Das Blut spritzte an die Wand und auf den Fußboden. Trotz vielen Aufwaschens traten die Flecken immer wieder hervor. Niemand getraute sich in das Zimmer, es hieß, der Offizier erschiene öfter des Nachts, es spuke.    
  • Um den Klutturm soll eine goldene Kette dreißigmal herumgewunden sein – eine Erinnerung daran, dass die Burgherren früher eine Kette durch die Elbe gespannt hätten, um von den Schiffen Elbzoll zu erheben. 

Quelle: Willy Schulze: Aus vergangenen Tagen des Dorfes Rogätz an der Elbe. Wolmirstedt 1910.