Die Belagerung der Burg Rogätz 
Burg Rogätz - Gemälde von 1884 im Museum Wolmirstedt

Im Kreise Wolmirstedt liegt hart an der Elbe nördlich von Magdeburg das blühende Dorf Rogätz. Das dort befindliche feste Schloß war lange Zeit im Besitz der Alvensleben. In den Stürmen des Dreißigjährigen Krieges war es häufig Schauplatz blutiger Kämpfe. – Einst lag eine kaiserliche Besatzung darin, welche schon viele Monate von den Grafen von Mansfeld belagert wurde. Wiederholt hatte  er versucht, das feste Schloß im Sturm zu nehmen, aber stets hatte er eine große Anzahl tapferer Krieger verloren, während von den Belagerten nicht einer gefallen war. Da erhielt er endlich Verstärkung durch den dänischen General Fuchs. Dieser merkte bald, woran alle Sturmangriffe gescheitert waren. Ganz entschieden waren die Belagerten durch den Kaplan oder Messpfaffen der Burg stich- und kugelfest gemacht, so dass keine Schwertklinge, Hellebarde oder Flintenkugel ihnen etwas anhaben konnte. Diese Hexerei konnte nur mit Waffen bekämpft werden, die aus Holz hergestellt waren. Auf sein Anraten wurden nun gewaltige Schwerter und Äxte aus Holz gefertigt, und wirklich, als nun die Burg erneut berannt wurde, da wurde sie erobert. Schade, dass der Pfaff seine Leute nicht gegen Holz durch Zauberei geschützt hatte. 

Quelle: Lehrmann, in: Altmärkischer Sagenschatz, 1908, S. 69.

Aus zeitgenössischen Berichten über die Erstürmung der Burg: „Das Schloss wurde am 29. März 1626 mit stürmender Hand eingenommen., und bis auf den unverwüstbaren, noch jetzt vorhandenen großen Turm, ein Raub der Flammen. Die Besatzung erfuhr eine Behandlung, deren Erzählung Schauder erregt: Einige wurden von der Höhe des Schlosses herabgeworfen, Andere schlug man mit Äxten tot, Einigen wurden Riemen aus dem Rücken und Bauche geschnitten, und andere wurden an kleinen Feuern gebraten“. (Wohlbrück III, S. 86 nach Bekmann, 1753, S. 242).